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Neues Kriegerdenkmal für Wallerfangen

Neues Kriegerdenkmal für Wallerfangen

In Wallerfangen ist gestern ein neues Kriegerdenkmal für Gefallene der beiden Weltkriege aufgestellt worden. Die Neuschöpfung für den Friedhof kommt aus der Bildhauerwerkstätte Hassdenteufel und Kasakow.

 Die Steinmetze Willi Kasakow (links) und Uwe Hassdenteufel setzen den Stein vorsichtig auf.
Die Steinmetze Willi Kasakow (links) und Uwe Hassdenteufel setzen den Stein vorsichtig auf.

2,6 Tonnen wiegt der helle Sandstein aus Luxemburg, den gestern ein Kran auf dem Friedhof in Wallerfangen aufgestellt hat. Aufschrift: "Zum Gedächtnis unserer im Kriege 1914 - 1918 gefallenen Söhne." Darunter befinden sich die Namen von 18 Wallerfangern, die als Soldaten im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Die Liste beginnt mit Willi Witzmann (gestorben am 26. November 1914) und endet mit Gustav Östreicher (gestorben am 10. Dezember 1918).

Es ist ein Kriegerdenkmal, das die Bildhauerwerkstätte Hassdenteufel und Kasakow in Saarlouis-Fraulautern geschaffen hat. Keine Restaurierung, kein Ersatz für ein altes, sondern eine Neuschöpfung.

Die hatte Willi Kasakow der Gemeinde vorgeschlagen, die eigentlich nur einen Ersatz für die verwitterten Steine über den 27 Soldatengräbern brauchte. Oft würden dazu einfach die alten Namenstafeln in einer Stele zusammengefasst, sagt Kasakow. Hier nahm aber die Gemeinde die Idee einer Neuschöpfung sofort auf. Kasakow: "Etwas, das nicht bloß hingenommen, sondern wahrgenommen wird."

Nun stehen die 18 Namen der Soldaten des Ersten Weltkrieges auf einem Stein, der wie ein traditionelles Heldenmal der 20er Jahre aussieht. Nicht ganz: In die rechte Seite ist eine Art Schwert aus Stahl gedrungen und hat die Ecke abgespalten. Auf dem Schwert steht "Zum Gedenken an unsere im 2. Weltkrieg getöteten Soldaten." Kasakow erklärt: "Die Kriegerdenkmäler für den Ersten Weltkrieg deckten mit bürgerlichem Helden-Pathos das Grauen des Krieges zu. Dieses Pathos zerstörte der Zweite Weltkrieg wie ein Hammerschlag." Inspiriert haben den Bildhauer dazu Erzählungen seines Großvaters.

Die vom Schwert abgespaltenen Fragmente liegen nun auf dem Boden. Jedes trägt Namen von Soldaten aus dem 2. Weltkrieg (1939 bis 1945), jeder der neun Namen in einer anderen Schrift. Die Toten seien eben keine gleichförmige Masse, sagt Kasakow, sondern Individuen.

Das Kriegerdenkmal steht über den Gräbern der Soldaten aus den beiden Kriegen.

Wilhelm-Michael Kasakow und Uwe Hassdenteufel, beide Steinmetz- und Steinbildhauermeister, gründeten ihre Firma vor 25 Jahren. Sie wurde oft ausgezeichnet, zuletzt bei der Internationalen Gartenschau in Hamburg mit Silber- und Bronzemedaille. "Wir sind", sagt Kasakow, "die einzigen saarländischen Steinmetze, die wirklich europaweit arbeiten".

Ein neues Kriegerdenkmal für die beiden Weltkriege ist "nicht singulär", wie Fritz Kirchmeier vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sagt, "aber doch extrem selten".