Neue Impulse für Bettinger Mitte

Schmelz. Die Bagger haben ihre Arbeit bis auf Weiteres erledigt. Nun kann mit der groß angelegten Sanierung des Bereichs um das alte Zollhaus, Marktstraße 24, in Schmelz begonnen werden

Schmelz. Die Bagger haben ihre Arbeit bis auf Weiteres erledigt. Nun kann mit der groß angelegten Sanierung des Bereichs um das alte Zollhaus, Marktstraße 24, in Schmelz begonnen werden. "Seit 15 Jahren arbeiten wir an dem Projekt", erklärt Bürgermeister Armin Emanuel, der zusammen mit Bauamtsleiter Stephan Barth die Abrissarbeiten der Gebäude 10, 14, 16, 18 und 30 in der Marktstraße verfolgt. Die Abrissarbeiten gehören zu den ersten Schritten des Projektes "Lebendige Mitte Bettingen". Das Projekt wird mit gut 2,5 Millionen Euro aus EU-Mitteln finanziert, ohne die die Gemeinde das Vorhaben nicht hätte realisieren können. Bis Ende 2014 muss alles fertig sein, dann endet das Förderprogramm.

Ältestes Arbeiterhaus

Im Mittelpunkt steht das alte Zollhaus. Es stammt aus dem Jahr 1682/1683 und diente im damaligen französischen Königreich zur Erhebung des Brückengeldes und Straßenzolls. Später wurde es zu einem Wohnhaus für Arbeiter der Bettinger Schmelze umgebaut. Es ist damit das älteste Arbeiterhaus im Saarland.

Dieses im Saarland einzigartige Gebäude wird im Rahmen des Projektes fachgerecht saniert und durch Abriss weiterer Gebäude im Umfeld in den Mittelpunkt gerückt. Ein Teil des Gebäudes bleibt zur Anschauung in seiner Ursprünglichkeit erhalten und dokumentiert das Leben einer Arbeiterfamilie im 17. Jahrhundert. Die übrigen zu sanierenden Räume werden für Beratungsdienste der Gemeinde Schmelz oder anderer Träger nutzbar gemacht. Die notwendigen Technikräume und Sanitäranlagen sowie größere, multifunktional nutzbare Räume für Begegnung und Kleinkunst werden in einem separaten Anbau untergebracht.

Um das Gebäude wird ein attraktiver Platz im französischen Stil angelegt. Er soll den Namen der Schmelzer Partnerstadt Mitry-Mory erhalten, betont Barth. Ein weiterer Bestandteil des städtebaulichen Konzeptes ist die Schaffung eines generationenübergreifenden Begegnungsgartens und die fußläufige barrierefreie Anbindung an die Prims und die Vernetzung mit der Bettinger Mühle über eine neue Brücke.

Im Zuge der Arbeiten werden im Vorfeld auch die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, ebenso die Straße.