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Vor Jahr und Tag
Schnell reagieren, wenn Hilfe nötig ist

So hatte die SZ im Oktober 2017 über das Nachbarschafts-Netzwerk in Wallerfangen berichtet. Inzwischen ist nahezu ein Jahr vergangen. Ein guter Anlass nachzuschauen, wie es mit dem Projekt läuft.
So hatte die SZ im Oktober 2017 über das Nachbarschafts-Netzwerk in Wallerfangen berichtet. Inzwischen ist nahezu ein Jahr vergangen. Ein guter Anlass nachzuschauen, wie es mit dem Projekt läuft. FOTO: Repro/SZ
Wallerfangen. Im Oktober 2017 nahm das Netzwerk Nachbarschaft Wallerfangen seine Arbeit auf. Die SZ fragte nach, was bisher geschehen ist. Von Johannes Bodwing

„Wir sind eine Art soziale Feuerwehr“, erklärte Nicole Oppelt der SZ in der Bibliothek des Wallerfanger Hauses der Generationen. „Es geht darum, mit dem Netzwerk Nachbarschaft schnell zu reagieren, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Ende 2016 starteten Aufrufe, um Interessenten für dieses Projekt zu finden. Am 17. Oktober stellte sich der neu gegründete Verein der Öffentlichkeit vor. „Dass wir uns auch um soziale Aspekte kümmern“, sagte Oppelt, „war schon mit der Entstehung des Generationenhauses eine Idee gewesen.“


Das Nachbarschafts-Netzwerk Wallerfangen ist ein selbstständiger Verein und gemeinnützig. Ziel ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen. „Bricht sich jemand ein Bein und braucht Unterstützung, können wir helfen. Oder kommt jemand ins Krankenhaus, dann kann sich jemand um die Wohnung kümmern, um Pflanzen und Haustiere. Jetzt, wenn der Winter kommt, geht es bei älteren Menschen auch darum, den Gehweg zu räumen.“

Geholfen werde beispielsweise bei Problemen im Umgang mit technischen Geräten, der Fahrt zu Arzt, Therapeut oder Einkauf. Das Netzwerk könne zudem mithelfen, pflegenden Angehörigen ein paar Stunden Ruhe zu verschaffen.



Bei den Anfragen seien alle Bevölkerungsschichten vertreten, merkte Nicole Oppelt an. Denn einerseits wohnten ältere Menschen noch hier, die Kinder aber seien woanders. „Wir haben einige Leute, denen haben wir als Notfall geholfen, jetzt helfen sie anderen.“ Inzwischen hätten sich über den Notfall hinaus neue Kontakte ergeben. „Von dieser Entwicklung profitieren die Helfer und jene, denen geholfen wird.“

Bei Notfällen werde erst geprüft, ob bereits eine Abdeckung über professionelle Dienste besteht, sagte Oppelt zum Ablauf. „Ist das Problem zu groß, nutzen wir auch Kontakte zu Organisationen.“

„Bevor es mit dem Netzwerk los ging, hat eine Arbeitsgruppe etwa ein Jahr lang überlegt, wie man das anstellen könnte. Die ersten beiden Informationsveranstaltungen waren dann mäßig besucht, aber das hat sich inzwischen geändert.“

Derzeit gehören zum Nachbarschafts-Netzwerk in Wallerfangen etwa 15 aktive Helferinnen und Helfer. „Aber dieses Projekt ist auf lange Sicht angelegt. Uns war ja von Anfang an klar, dass wir dafür viel Zeit brauchen.“ Derzeit finanziere sich der Verein über Spendengelder. Vorerst sind die Aktivitäten auf den Hauptort Wallerfangen beschränkt. Mit wachsender Helferzahl könne das nach und nach ausgedehnt werden. Die Hilfe erfolge ehrenamtlich und sei versichert. Der Vorstand des „Netzwerk Nachbarschaft Wallerfangen“ besteht aus vier gleichwertigen Mitgliedern, die auch Gründungsmitglieder sind. Dazu gehören Oppelt, Monika Scholl, Bärbel Kirst und Marlene Kiefer-Neveux.

Die Kontaktaufnahme erfolgt über das Notfall-Handy unter (0160) 6  07  91  03 oder im Haus der Generationen, Felsberger Straße 2, Telefon (0  68  31) 9  66  84  21.