Nach und nach die Löcher stopfen

Wallerfangen muss in seine Bildungseinrichtungen investieren. Gleich mehrere Baustellen kamen in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Sprache. Betroffen sind beiden Grundschulen in Gisingen und Wallerfangen sowie Kinderkrippe und Kindergarten in Wallerfangen.

Die Gemeinde Wallerfangen muss viel Geld in ihre Kitas und Schulen stecken. Einige Ausgaben sind bereits beschlossen, andere kommen noch auf die Gemeinde zu. So wird etwa die neue Kinderkrippe in Wallerfangen deutlich teurer als geplant; der Rat beschloss die Mehrausgaben von rund 15 000 Euro, weitere Ausgaben werden folgen (die SZ berichtete). Die alte Heizungsanlage der Grundschule Gisingen musste dringend grundsaniert werden, erklärte Bürgermeister Günter Zahn in der Ratssitzung, auch um deutlich Heizöl einzusparen. Der Bauausschuss hatte im Juli die Vergabe der Arbeiten in Höhe von rund 160 000 Euro empfohlen, der Rat beschloss dies nun einstimmig. Die Anlage ist inzwischen installiert.

Nur knapp angenommen wurde der Beschlussvorschlag zur Erneuerung des Schulhofes der Grundschule Wallerfangen . Mit 14 Ja- und elf Gegenstimmen entschied der Rat. Vorgesehen ist eine Teil-Pflasterung des eingezäunten Schulhofs; eine kleine Grünfläche soll verbleiben, ebenso eine Fläche mit Holzhackschnitzeln, erklärte Zahn. Der derzeit noch mit Sand und Steinen bedeckte Schulhof hatte seit der Eröffnung für Diskussionen gesorgt; bei Trockenheit erzeuge der Belag viel Staub, bei Regen Matsch. "Das soll nun so geändert werden, dass die Spielfläche auch bei Regen benutzbar ist", betonte Zahn. Die Maßnahme an dem denkmalgeschützten Ensemble sei mit dem Schulleiter und dem Landeskonservator abgestimmt.

Problem noch ungelöst

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rath erklärte, dass seine Fraktion nicht zustimmen würde: "Grundsätzlich ja, aber nicht jetzt". Begründung: Wegen der ungeklärten Situation der Nachmittagsbetreuung. "Wir sollten die Gelder zurückhalten, bis die Situation klar ist", meinte Rath. SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Trenz erklärte hingegen: "Wir wollen das jetzt umsetzen. Bis eine Lösung gefunden ist, vergehen sicher noch Monate. Auf diese Maßnahmen warten die Kinder und Eltern seit Jahren." Zudem seien die Pläne ausfinanziert, betonte Trenz. Aus "haushaltsrechtlichen Gründen" solle man nicht länger warten. "In Gisingen investieren wir seit vielen Jahren, jetzt ist es auch in Wallerfangen mal Zeit", sagte Trenz.

Martin Heffinger (Linke) wollte wissen, wie das Schulgebäude barrierefrei gestaltet werden könne. Dies sei nur in Abstimmung mit dem Landeskonservator möglich, erklärte Bauamtsleiter Ingolf Caspar: "Da müssten wir auch sehr viel Geld in die Hand nehmen." Zahn ergänzte, dass bisher keine Notwendigkeit bestanden habe, da keine Anmeldungen gehbehinderter Kinder vorgelegen hätten.

Kindergarten auch baufällig

Rath stellte zuletzt noch eine Anfrage bezüglich des Kindergartens St. Katharina in Wallerfangen : "Der Kindergarten ist baulich nicht in bestem Zustand, hier wartet die nächste Großbaustelle. Gibt es schon Verhandlungen mit der Kirche?" Zahn erklärte, er habe ein Architektenbüro mit einer ersten Einschätzung des Sanierungsbedarfs beauftragt: Sanierung oder Abriss? Fest stehe, dass das Dach, die Außenisolierung und der Boden erneuert werden müssten. "Mit den ersten Kostenschätzungen sind wir weit entfernt von den Kosten eines Neubaus", sagte Zahn. Zudem habe die Pfarrei, der der Kindergarten derzeit gehört, signalisiert, dass sie die Einrichtung abgeben wolle; ein anderer Bildungsträger sei bereit, sie zu übernehmen, informierte der Bürgermeister.

Meinung:

Wo ist das Gesamtkonzept?

Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong

Hier ist ein Loch zu stopfen, da fehlt auch noch was und die notdürftig geflickte Schule ist schon wieder kaputt. Mit solchen Haushaltsnöten muss sich wohl jeder Rat inzwischen plagen. Es ist nie genug Geld für alles da.

Doch in Wallerfangen herrscht regelrecht Sanierungsstau: Eine Grundschule ohne Turnhalle, an der seit dem Einzug 2006 der Schulhof nicht richtig benutzbar war. Eine andere Grundschule, an der seit Jahren immer nur Löcher gestopft werden, während sich andere auftun. Eine Kinderkrippe, die die Gemeinde bauen musste, die aber bisher kaum ausgelastet ist und zudem noch deutlich teuer wird als geplant. Und noch ein Kindergarten, der zwar der Kirche gehört, den die Kommune aber mitfinanzieren muss - auch baufällig. Und was ist, wenn sich nun doch mal ein gehbehindertes Kind an einer Schule anmeldet?

Das alles schreit nach einem Gesamtkonzept für die Bildungseinrichtungen. Ein solches Konzept könnte es der Verwaltung auch leichter machen, Fördermittel einzuwerben.