Mit Spaß Kindern helfen

Seit mehr als zehn Jahren gibt es das „Clowns-Quartett“. Die vier Klinikclowns, von der Kinderhilfe Saar finanziert, besuchen jetzt auch im Elisabeth-Krankenhaus in Saarlouis Kinder, um sie von ihren Leiden abzulenken.

"Wir können kranken Kindern nicht die Schmerzen nehmen, aber wir können sie ablenken, ermutigen, ihre Kräfte wecken, um ihre Angst und die Wut über ihre Krankheit zu bekämpfen und manchmal vergessen sie für kurze Zeit ihre Situation", sagt Clownin Tilotamma und verpasst ihrer Clownsnase den richtigen Sitz. Dann geht sie mit Kollegin Fluxi Dibbelabbes und der als Giraffe verkleideten Gitarre an die Arbeit - nämlich ins nächste Zimmer der Kinderabteilung des Elisabeth-Krankenhauses in Saarlouis.

Lustig herausgeputztes Team

Tilotamma heißt im wahren Leben Marie-Gabriele Massa, Fluxi Dibbelabbes Heike Laub. Die beiden gehören zu dem saarländischen "Clowns-Quartett", das von der in Fremersdorf beheimateten "Kinderhilfe Saar" finanziert wird. Weitere Mitglieder des Teams sind außerdem Henning Leidinger, "Lolek", und Kathy Becker, "Ännipänni". Schon seit über zehn Jahren gibt es die Gruppe. Tätig sind sie in den Kinderpsychiatrien der Uni-Klinik in Homburg und in Merzig, in der Pädiatrie auf dem Saarbrücker Winterberg - und nun eben auch in Saarlouis.

Für kranke Kinder ist es meist das absolute Highlight des Tages, wenn das lustig herausgeputzte Team durch die Tür kommt. Die Clowns machen aber keineswegs nur Klamauk - sie "arbeiten" mit den Kindern, verwandeln mit ihnen ihr Zimmer in eine bunte, fröhliche Welt, jonglieren, tanzen, zaubern und singen für sie und bringen die kleinen Patienten zum Lachen.

Wir Besucher - dabei sind auch Ulla Herber-Meyer, kaufmännische Direktorin der Elisabeth-Klinik, Astrid Anna Oertel, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, und Margarita von Boch, Vorsitzende des Vereins "Kinderhilfe Saar", der dem Klinikum die Clowns sponsort - dürfen ausnahmsweise jetzt mal mit den Clowns Tilotamma und Fluxi Dibbelabbes zu Leon kommen. Der ist sieben Jahre alt und hat einen ganz schlimmen Armbruch. Und so skeptisch er auch am Anfang guckt - die Clowns haben ihn ganz schnell in ihren Bann gezogen, er geht auf sie ein, lässt sich einbeziehen in ihr Spiel.

Erfolgreiches Modell

Die Clowns haben an ihren jeweiligen Wirkungsstätten feste Tage. In welcher Reihenfolge die Besuche stattfinden und was in den einzelnen Zimmern zu beachten ist, wird immer vorher mit den Ärzten, dem Pflegepersonal und den Eltern genau abgesprochen.

Es gibt auch in anderen Bundesländern solche Clownstruppen, das Modell hat großen Erfolg. Es wird aber auch - nicht ganz seriös - nachgeahmt: "Also wenn in den Fußgängerzonen Leute mit roten Nasen um Spenden für Klinik-Clowns betteln - das sind wir nicht, garantiert", sagen die Saar-Clowns, die alle ihre Ausbildung in den Clownsschulen in Karlsruhe, Frankfurt oder im Ausland hatten.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie saarländische Klinikclown-Truppe ist von Anfang an von der "Kinderhilfe Saar" finanziert worden. Für Kinderhilfe-Gründerin Margarita von Boch, die auch Mittagessen für bedürftige Kinder, Kinderfreizeiten, spezielle musische Projekte und schwierige Einzelfälle bezuschusst, sind die Klinik-Clowns eines der wichtigsten Projekte. Die "Kinderhilfe Saar" finanziert sich komplett aus Spenden und Erbschaften, es fallen keinerlei Nebenkosten an - alle Verwaltungsarbeit machen Margarita von Boch und ihr ehrenamtliches Team selbst. Spenden: Konto 723 043 204 BLZ 59 392 200 Volksbank Untere Saar e.G. tb www.kinderhilfe-saar.de