Mit einem Pieks Leben retten

Seit rund sechs Wochen weiß Michael Meier aus Felsberg, dass er Leukämie hat. Zudem eine besonders aggressive Form des Blutkrebses. Nun hofft der 21-Jährige auf eine passende Stammzellspende.

Michael Meier aus Felsberg hat Träume wie viele 21-Jährige. Am Liebsten würde er die ganze Welt bereisen. Rom und London stehen ganz oben auf seiner Liste. Doch zunächst wünscht sich Michael nur eines: eine passende Stammzellspende. Denn der 21-Jährige ist an Leukämie erkrankt. Erst vor rund fünf Wochen bekam er die Diagnose.

"Eigentlich war ich wegen einer Fistel-Operation ambulant im Krankenhaus. Als ich auch zwei Tage nach der Operation noch Kreislaufbeschwerden hatte, wurde mein Blut untersucht", erzählt der junge Mann. Die Diagnose Blutkrebs kam überraschend, war niederschmetternd. "Die Krankheit ist aggressiv. Mit der reinen Chemotherapie bekommen wir das nicht in den Griff", erklärt Michael, der am Montag seine zweite Chemo antritt.

Den Mut verloren hat der Heavy-Metal-Fan aber noch lange nicht. Er glaubt daran, dass es irgendwo auf der Welt einen Menschen gibt, der nahezu die gleichen Gewebemerkmale im Blut hat wie er. Und - das ist noch viel wichtiger - , der zur Stammzellspende bereit ist. Denn nur die könnte ihn heilen.

Mehr als 2,8 Millionen Menschen sind bereits in der Stammzellspender-Datei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert. Doch bislang war die Suche nach einem passenden Spender für Michael erfolglos. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20 000.

Um ihm und anderen Patienten zu helfen, haben seine Freunde und Verwandten gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion organisiert. Diese findet am Sonntag, 20. Oktober, von 11 bis 17 Uhr im Bistro und Lichthof des Max-Planck-Gymnasiums Saarlouis statt. Die aus Saarbrücken stammende Heavy-Metal-Band Powerwolf hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen.

"Wir hoffen, dass Hunderte von Menschen kommen, um sich typisieren zu lassen", sagt Laura Robert, Michaels Freundin. Wichtig ist der Familie vor allem darüber aufzuklären, dass es keinerlei Risiko für den Spender gibt. "Die Registrierung erfolgt durch eine Blutentnahme von fünf Millilitern. Das ist ein Pieks, und das war's schon", sagt Michaels Schwester Marie. Sie selbst hat sich auch typisieren lassen: "Bei mir gab es eine Wahrscheinlichkeit von eins zu vier, dass ich der passende Spender bin. Das war aber leider nicht der Fall."

Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, verteilen Laura und Marie Flyer, die die DKMS gespendet hat. "Wir wollten aber welche, die persönlicher sind und haben selbst welche gestaltet. Jetzt fehlt uns noch eine Druckerei, die die Flyer kostenlos druckt", hofft Laura auf einen Sponsor. Apropos Sponsoren - die sind ganz wichtig, wie Michael erklärt: "Jede Typisierung kostet die DKMS 50 Euro. Deshalb würden wir uns auch sehr über Geldspenden freuen."

Für eine gelungene Aktion am 20. Oktober fehlen außerdem noch einige ehrenamtliche Helfer, die Blut abnehmen dürfen. "Mein Hausarzt Dr. Ernesto Fries wird die Aufsicht haben und einige seiner Arzthelferinnen mitbringen, aber wir bräuchten noch weitere Hilfe", sagt Michael. Helfer können sich per E-Mail an la.robert@gmx.de (Laura Robert)wenden.