Mit bunten Farben gegen Raser

Bunte Figuren und farbige Fußgängerüberwege zieren den Asphalt der Durchgangsstraße im Vorderst Seitert. Eltern und Kindern des Wallerfanger Neubaugebietes haben sie als Symbole gegen zu schnelles Fahren aufgemalt.

"Die können ja hier durchfahren", sagt Oliver Fontaine in der Straße Vorderst Seitert in Wallerfangen , "aber in der passenden Geschwindigkeit". "Manche fahren wirklich sehr schnell", bestätigt Katja Biehl, die mit Pinsel und Farbtopf ausgestattet ist. Dabei ist das Tempo bereits auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Aber nicht jeder scheint Schilder ernst zu nehmen. Auch Absperrungen halten einzelne Autofahrer nicht davon ab, durchzufahren. Bis sie dann vor malenden Kindern stehen und wieder umkehren müssen.

20 Kinder leben im Viertel

Für eine Verkehrsberuhigung haben Oliver Fontaine und Tobias Hauck eine Interessengemeinschaft gegründet. Mit der Gemeinde Wallerfangen sei bereits gesprochen worden, berichtet Hauck. Die sei auch nicht ganz abgeneigt. "Die hat uns sogar die Farbe zur Verfügung gestellt und die Absperrungen." Inzwischen seien mehr als 20 Kinder in diesem Neubauviertel. Die Zahl dürfte durch Nachwuchs und Zuzüge weiter steigen. Außerdem nutzen auch Schulkinder die Strecke. Gehweg und Fahrbahn gehen im Vorderst Seitert ineinander über. Sie sind nur durch eine Rinne getrennt. Immer wieder kämen Kinder beim Spielen aus den ruhigen Seitenstraßen und stünden dann vor Autos. Denn viele Autofahrer nutzten diese Straße als kurzen Weg zur Festhalle und Realschule, erklärt Hauck weiter. Doch sie sei wegen einer S-Kurve zwischen den Häusern recht unübersichtlich. Auf Symbole im Bebauungsplan wies Hauck hin. "Die stehen für einen verkehrsberuhigten Bereich. Warum setzt man den dann nicht um?" Das Thema komme im November in den Ortsrat, sagte Ortsvorsteher Horst Trenz im Gespräch mit den Anwohnern. Die Geschwindigkeitsbegrenzung 30 Kilometer pro Stunde könne womöglich eine Chance haben. Zumal es Überlegungen gebe, in ganz Wallerfangen eine solche Temporeduzierung einzuführen. Mit 30 Kilometer pro Stunde ist der Vorderst Seitert bereits ausgeschildert. Ebenso der angrenzende Schwarze Weg und auf der anderen Seite der Bereich Realschule-Festhalle. Für eine Verkehrsberuhigung könne der Ortsrat aber nur eine Empfehlung aussprechen, erklärt Trenz. Die Entscheidung treffe letztlich der Personal-, Finanz- und Rechtsausschuss, sagte Bürgermeister Günter Zahn auf Anfrage. "Wenn der Ortsrat eine Empfehlung ausspricht, erfolgt eine Verkehrsschau. Die rechtlichen Fragen sind abzuklären, und wir müssen mit allen zuständigen Behörden reden."

Verkehrsberuhigter Bereich

Das Zeichen im Bebauungsplan stehe unspezifisch für einen verkehrsberuhigten Bereich. Das könne bei der Detailplanung eine 30er-Zone oder Spielstraße bedeuten. Laut Planungsbüro sei die 30er-Zone für die Durchfahrtsstraße von der Hospital- zur Bungertstraße sinnvoller gewesen. Für die Seitenstraßen ohne Bürgersteig und als Sackgassen wären auch Spielstraßen denkbar. "Hierzu will ich nochmals mit dem Ortsrat ins Gespräch kommen", teilte Zahn mit.