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Luftlandebrigade 1 übt bei Brigadesprungwoche in Düren

Üben für den Einsatz : Reihensprünge bei kräftigem Wind über Wallerfangen

Auch das will geübt sein: Sprungdienst der Saarlandbrigade bei heftigem Wind. Wie jetzt zu Beginn der Brigadesprungwoche in Düren und Zweibrücken.

Nach dem stürmisch-windigen Auftakt der Brigadesprungwoche am Montag ging es bereits tags darauf frühmorgens mit dem Sprungdienst in Wallerfangen-Düren weiter. Dabei standen auch die optisch spektakulären taktischen Reihensprünge auf dem Programm. Bereits gegen 7.30 Uhr schwebte die große Transall C-160 mit tiefen Brummen über den Saarlouiser Gau herein, um dann mit einem Schlag 20 Springer auf einmal abzusetzen. Danach ging es Schlag auf Schlag. Noch weitere vier Mal überquerte die Transportmaschine an diesem Vormittag den Flugplatz in Düren, um über den Feldern des Gaus jedes Mal weitere 20 Springer abzusetzen, die sie zuvor auf der Saarbrücker Flughafen Ensheim eingeladen hatte. Und zwischendurch startete und landete die deutlich kleinere, aber höchst effektive M28 Skytruck immer wieder, um in  zwei Anflügen jedes Mal fünf Springer abzusetzen. Mehr als 1000 Automatik- über 400 manuelle Sprünge sollen in den nächsten Tagen erfolgen, soweit das Wetter mitspielt. Die Freifaller der Brigade spulen parallel dazu ihr Trainingsprogramm über dem Flugplatz in Zweibrücken ab.

Oberst Jens Arlt, der neue Kommandeur der Luftlandebrigade 1, hatte am Montagmittag bei recht extremen Windbedingungen die Sprungwoche, Höhepunkt des jährlichen Übungsprogramms, eröffnet.

Luftlandeoperationen zählen zu den Kernaufträgen der Luftlandebrigade 1. Regelmäßiges Üben unter Einsatzbedingungen ist daher Pflicht, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Und der wird kommen, wie der Kommandeur beim Sprungdienst erklärte. Als Bestandteil der European Battle-Group stellt die Saarlandbrigade eine der flexibelsten EU-Eingreiftruppen für Krisen dar. So wird die Luftlandebrigade 1 auch während der heute beginnenden deutschen EU Präsidentschaft im Irak, in Afghanistan und in Afrika bei Ausbildungs- und Friedensmissionen zum Einsatz kommen.

„Wir verstehen das Handwerk, und die Männer und Frauen der Brigade machen einen tollen Job,“ schwärmt Arlt von seinen Soldaten und spricht  von einem  hervorragend und bestens ausgebildeten Team. Und genau darauf komme es in Krisenzeiten besonders an. „Fallschirmjäger stehen zusammen, helfen sich und anderen,“ betont  er.

 Zu den ersten Soldaten, die eine M28 Skytruck bestiegen, gehörten auch Oberst  Jens Arlt und Oberst Aslak Heisner.
Zu den ersten Soldaten, die eine M28 Skytruck bestiegen, gehörten auch Oberst  Jens Arlt und Oberst Aslak Heisner. Foto: Ruppenthal

„Corona war für uns auch eine Chance, führte der neue Kommandeur weiter aus, denn die Brigade nutzte die Pandemie zu einem intensiven Ausbildungs- und Übungsprogramm. Dazu wurden eigene Hygiene- und Sicherheitskonzepte entwickelt, um auch während Covid-19 die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten zu können. Sie sind auf die unterschiedlichen Aufgabenbereiche abgestimmt. Auch bei der Bundeswehr gehören Desinfektionsspender, das Tragen von Handschuhen sowie  von Mund- und Nasenschutz sowie ein genügend großer Sicherheitsabstand zur Pflicht. Zudem wurden die Aufenthaltsbereiche vergrößert und die Zahl der Fallschirmspringer in  den Luftfahrzeugen verringert. Und diese Maßnahmen zeigen Wirkung, wie Oberst Jens Arlt  hervorhebt. So gebe es im Verantwortungsbereich der Luftlandebrigade 1 mit seinen insgesamt rund 4400 Soldaten nur eine geringe einstellige Zahl an Corona-Infizierten. Mit beispielhafter Disziplin sowohl im Dienst als auch zuhause hätten sich die Soldaten dieser Herausforderung gestellt, „komplett flexibel , stets kreativ und innovativ, dabei unspektakulär“.