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Leidinger Hobbyradler fahren ihre "Tour de France"

Leidinger Hobbyradler fahren ihre "Tour de France"

Leidingen. Die Idee zu einer gemeinsamen Radtour wurde einst bei einem Treffen auf dem Feuerwehrfest in Gisingen geboren, und war eigentlich nur als einmalige Aktion geplant, erzählt Edwin Grasmück. Von Leidingen aus ging es damals, 2001, mit Rennrädern über rund 1000 Kilometer ins spanische Rosas. Und von da an jedes Jahr mit dem Rad in die Ferne

Leidingen. Die Idee zu einer gemeinsamen Radtour wurde einst bei einem Treffen auf dem Feuerwehrfest in Gisingen geboren, und war eigentlich nur als einmalige Aktion geplant, erzählt Edwin Grasmück. Von Leidingen aus ging es damals, 2001, mit Rennrädern über rund 1000 Kilometer ins spanische Rosas. Und von da an jedes Jahr mit dem Rad in die Ferne.Die Radfahrer treffen sich immer vorher, um die Route zu planen. Am liebsten nutzt die Truppe die verkehrsarmen Landstraßen. Die Strecken betragen immer zwischen 800 und 1000 Kilometern, im Schnitt planen die Radler sieben Etappen von je 150 Kilometern ein. In Spanien und Frankreich waren sie schon oft, auf Mallorca und am Bodensee. Übernachtet wird in Wohnmobilen, am Zielort bleiben sie meist zwei Tage und unternehmen von dort aus noch kleinere Touren zu den Sehenswürdigkeiten der Region. Ohne Training ist diese Strecke natürlich kaum zu schaffen. "Es ist ratsam, bis zu 1500 Kilometern vorneweg gefahren zu sein", meint Edwin Grasmück.Die Radler trainieren zu Hause überwiegend in Frankreich, von Leidingen weniger als einen Katzensprung entfernt, weil dort die Straßen in einem besseren Zustand sind und außerdem weniger Verkehr herrscht. Bei dieser Tour sind die Radler zu acht: Bernd Kerber, Edwin Grasmück, Frank Tintinger, Patrick Kerber, Jörg Maffert, Elmar Radlicki, Bertrand Scholtus, Bernard Pignon. Zwischen 40 und 60 Jahren alt sind sie und kommen fast alle "vom Gau". Auch zwei Franzosen sind mit von der Partie. Aus beruflichen Gründen können natürlich nicht immer alle mitfahren. Die Familien haben sich aber im Laufe der Jahre auch an die jährliche Männertour gewöhnt."In erster Linie geht es uns um den sportlichen Gedanken, aber auch um den Spaß", betont Grasmück. Mit Bernd Kerber hat die Männertruppe auch einen passablen Hobbykoch dabei, der im Wohnmobil für die hungrigen Radler kocht. "Aber der Kühlschrank ist vorwiegend da, um das Bier kalt zu halten", schmunzelt Kerber. Eine echte Männertour eben.Das Ziel dieser zehnten Tour ist die südfranzösische Gebirgskette Luberon, rund 1000 Kilometer von Leidingen entfernt. Start war an Fronleichnam morgens um neun Uhr, die erste Etappe führte ins elsässische Baccarat, von dort aus weiter Richtung Lyon. Ein Teil der Strecke deckt sich mit der Tour de France, eine besondere Herausforderung für die Hobby-Radler. Nach so vielen Touren hat man natürlich auch die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Noch heute lachen zum Beispiel die Radler über den bayrischen Polizisten, der am Bodensee damit drohte, die Räder zu beschlagnahmen - weil die Radler nicht den Radweg benutzten, auf dem sie sich bereits zwei platte Reifen geholt hatten. Dass die Beschlagnahmung aber nicht so einfach ist, wussten die zwei Polizisten unter den Radlern selbst bestens.Ärger gab es eigentlich immer nur mit der Polizei oder den jeweiligen Bürgermeistern, erzählt Grasmück. Oft wegen des "wilden Campens" im Wohnmobil an abgelegenen Orten. Einmal hat aber auch ein Polizist im Massif Central ein Auge zugedrückt, weil er das Autokennzeichen von Saarlouis erkannte - wo er früher in Grenznähe Dienst getan hatte. Aber gerade die Abgeschiedenheit schätzen die Männer bei ihrer Tour: "Wenn man abends in der Sonne an einem einsamen Ort sitzt, merkt man erst, wie schön es ist, abseits der Campingplätze zu bleiben", schildert Grasmück, "das Schönste ist eigentlich immer, abends in Ruhe zusammenzusitzen."