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Vernissage
Kunstschaffen im Zeichen des Karitativen

Die Künstlerinnen und Künstler des Kunst-Forums mit Landrat Patrik Lauer (rechts) und Kreistouristikerin Jeanette Dillinger (links).
Die Künstlerinnen und Künstler des Kunst-Forums mit Landrat Patrik Lauer (rechts) und Kreistouristikerin Jeanette Dillinger (links). FOTO: Sylvia Böser
Gisingen. 25 Jahre Kunstkalender des Kunst-Forum Saarlouis werden groß gefeiert mit einer Ausstellung im „Haus Saargau“. Von Jutta Stamm

Zum 25-jährigen Jubiläum zeigt das Kunst-Forum seine Kalenderausstellung erstmals im „Haus Saargau“ in Gisingen. Das Atelier im ehemaligen Museum Haus Ludwig in Saarlouis steht nach dem Umzug in die Kaserne VI nicht mehr zur Verfügung. „Als wir unsere Gruppe vor 27 Jahren gegründet haben, war uns schnell klar, dass wir uns nicht nur künstlerisch betätigen und austauschen wollten, sondern uns mit Hilfe der Kunst auch sozial engagieren wollten“, sagte Ulrike Rupp-Altmeyer, seit 25 Jahren Vorsitzende der Saarlouiser Künstlervereinigung. „Ein Kunstkalender schien da das passende Medium zu sein.“ Mit dem Erlös aus dem Verkauf wollte man unverschuldet in Not geratenen Menschen helfen.


Das große Interesse an diesem Kalender bestätigte von Anfang an dieses Vorhaben, zumal der erste handgemachte Fotokalender aus dem Jahr 1992 mit einer Auflage von 150 Stück bereits 2000 D-Mark einbrachte. Man fühlte sich ermutigt. Im Jahr darauf beauftragten die zwölf Künstler, die ein Kalenderblatt beigesteuert hatten, eine Druckerei und erhöhten die Auflage auf 1000 Stück. Der Erlös von 12 000 DM ging wie im Jahr zuvor an die Somalia-Hilfe des DRK und die Kinderkrebshilfe. Inzwischen gibt es einen festen Abnehmerkreis wie die Stadt und den Landkreis Saarlouis, andere öffentliche Einrichtungen und Privatunternehmen, die den Kalender gerne verschenken.

Nach „25 Jahren Kunstkalender“ wird von einem Aufkommen in Höhe von 170 000 Euro gesprochen, Spenden, die den Hilfsfonds für Bürger in Not, der Caritas mit der Tafel, der Therapeutischen Schülerhilfe und dem Hospizverein St. Nikolaus in Rehlingen zugute kommen. Unterstützung finden jedoch auch der Verein für das autistische Kind, die Vereinigung für Sarkoidose sowie die Oase in Saarlouis, berichtet Rupp-Altmeyer. Wer das „Haus Saargau“, ein zwischen 1735 und 1750 erbautes Lothringer Bauernhaus mit idyllischem Duft- und Gewürzgarten, von Veranstaltungen kennt, weiß, was für schöne Räumlichkeiten es zu bieten hat. An den rustikalen, unverputzten Sandsteinwänden hebt sich die moderne Kunst besonders gut ab: Seit Sonntag zeigen zwölf Vereinsmitglieder hier ihre neuesten Gemälde im Erdgeschoss. Mitgemacht haben: Ingrid Brühl, Rita Burgwinkel, Ilka Franke, Ruth Lünskens, Maria Montnacher-Becker, Hanne Müller-Scherzinger, Heidi Rammo, Marlies Rath Ulrike Rupp-Altmeyer und Greta Weiland-Asbach sowie Mario Andruet und Gerhard Meyer. Zu sehen sind lyrische Abstraktionen, beispielsweise von Montnacher-Becker. Farbe und bildnerische Materialien werden autonom eingesetzt. Üppige Pinselstriche, freie Bögen und Kreise, Abstraktionen, der spontane Malgestus dominieren. Die meisten Exponate wurden in Acryl ausgeführt. So ganz anders zeigen sich sechs kleine, an einer Leiste aufgehängte Acryl-Öl-Zeichnungen auf Papier und Folie unter einer Kunststofffolie von Rupp-Altmeyer, die in der Dauerausstellung im Obergeschoss hängen, womit die Künstlerin ihrem Stil treu bleibt. Es ist die Kunst, die erst aufgedeckt oder entdeckt wird, wenn man „den Vorhang lüftet.“



Bis 1. Oktober. Öffnungszeiten: Mittwoch und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, Donnerstag und Freitag, 10 bis 12 Uhr. Der Kalender 2018 kann für 15 Euro in der Ausstellung oder im Stadtatelier des Kunst Forum in Dillingen, Stummstraße 34, gekauft werden.