Kunst mit einem Augenzwinkern

Papier zerknittern viele nur, um es anschließend im Papierkorb zu entsorgen. Stefanie Weber aber macht das, um es dann wieder zu glätten und zu bemalen. Ihre fantasievollen Bilder sind derzeit im Historischen Museum Wallerfangen ausgestellt.

Voller Fantasie und feinem Witz sind die Malereien von Stefanie Weber. Dafür bildet zerknittertes und wieder geglättetes Papier einen Hintergrund mit vielen geschwärzten Knitterlinien. Darauf trägt Weber in bunten Gouache-Farben fantasievolle Motive auf. Wuschelige Monster sind das, kuriose Maschinen, bildfüllende Gesichter und ein magischer Fisch. "Es kommt halt so", sagte Weber zu ihren Einfällen. "Das ist nichts, was man verstandesmäßig erklären kann." Grafik und Design hat sie studiert. Dabei habe sie sich mit Illustrationen für Kinderbücher beschäftigt. Manche ihrer Bilder versprühen noch immer diesen Charme kurioser Figuren und Elemente. Dazu passen Titel wie "Der Frühling der Fantasie".

Mit viel Akribie und handwerklichem Geschick verleiht Weber etlichen Bildern einen ausgeprägten 3-D-Effekt. Da wirkt beispielsweise das Relief eines Fesselballons wie zum Anpacken plastisch.

"Eine komplette Bilderausstellung im neuen Museum hatten wir noch nicht", sagte Peter Winter, Vorsitzender des Vereins für Heimatforschung. Dort hängen jetzt 28 Weber-Bilder zwischen historischen Objekten der Wallerfanger Geschichte. Eine "Künstlerin des malerischen Augenzwinkerns" sei Stefanie Weber, sagte die Kunsthistorikerin Eike Oertel-Mascioni in ihrer Laudatio. "Nichts ist dem Zufall überlassen", und "jedes Bild enthält eine Stimmung". Sie sei immer schon verspielt gewesen, erzählte Weber. "Oft entsteht durch Zufall etwas, das ich dann weiter ausbaue." Daraus entwickelten sich auch die ausgestellten "Kunstbausteine". Das sind quadratische Holzrahmen mit aufgeklebten Motiven. "Die kann man mit Klettband auf einem Untergrund immer wieder neu variieren."

Die fantasievollen Werke von Stefanie Weber hängen bis Sonntag, 1. Januar 2017, im Historischen Museum Wallerfangen . Geöffnet ist Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils 15 bis 18 Uhr. Eintritt frei.