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Kreisel ja, aber keine lange Bauzeit Händler sehen Kreisel skeptisch entgegen

Kreisel ja, aber keine lange Bauzeit Händler sehen Kreisel skeptisch entgegen

Lebach. Nach Auskunft der Lebacher Stadtverwaltung soll im Frühjahr nächsten Jahres unter der Theelbrücke, genau dort, wo die Marktstraße, die beiden Straßenzüge Am Markt und die Zufahrt zum Parkplatz Am Theelpavillon zusammentreffen, ein Mini-Verkehrskreis gebaut werden. Zu den Kosten von 292 000 Euro gibt das Land 75 Prozent dazu. Die Bauzeit wird drei Monate dauern

Lebach. Nach Auskunft der Lebacher Stadtverwaltung soll im Frühjahr nächsten Jahres unter der Theelbrücke, genau dort, wo die Marktstraße, die beiden Straßenzüge Am Markt und die Zufahrt zum Parkplatz Am Theelpavillon zusammentreffen, ein Mini-Verkehrskreis gebaut werden. Zu den Kosten von 292 000 Euro gibt das Land 75 Prozent dazu. Die Bauzeit wird drei Monate dauern. Die Mehrheit im Lebacher Stadtrat erhofft sich von der Maßnahme eine Entflechtung des Verkehrsknotens.Die SPD lehnt das Projekt ab und beruft sich dabei unter anderem auch auf den Verkehrssicherheitsexperten Bernd Brutscher, der von einem "besonders sicheren" Verkehrsknoten spricht. Der Sachverständige hält die Einrichtung eines Kreisverkehrs für überflüssig, da in dem Bereich nur wenige Unfälle passieren

Was denken die Gewerbetreibenden, deren Geschäfte im näheren Umfeld des geplanten Kreises liegen? Die Saarbrücker Zeitung hat Gewerbetreibende besucht und um ihre Meinung gebeten. Thea Colbus von der Boutique Shéhérazade meint: "Wegen der täglichen Rückstaus in der Marktstraße ist ein Kreisverkehr sinnvoll. Ich hoffe nur, dass die Baumaßnahme schnellstmöglich erledigt wird. Eine Vollsperrung der Marktstraße wäre nämlich für mein Geschäft nicht gut."

Wüstenrot-Verkaufsleiter Stefan Pfeifer ist sich sicher, dass ein Kreisel den Fahrzeugverkehr flüssiger macht und die Vorfahrt eindeutiger regelt. "Ein Kreisverkehr macht die Situation übersichtlicher", sagt Annette Lischer. Die Inhaberin der Boutiquen Candy und Legere, ist aber gleichzeitig auch der Meinung: "Die Ausgaben für die Baumaßnahme wären zum Beispiel in der Lebacher Fußgängerzone sinnvoller angelegt." Sie befürchtet zudem, dass während der Bauphase weniger Kunden in ihre beiden Geschäfte kommen. Anne Treib von Hell - Die Buchhandlung hält einerseits einen Kreisel für komfortabler als die derzeitige Regelung, meint aber gleichzeitig: "Das Geld sollte eher in die Verbesserung der Infrastruktur der Fußgängerzone investiert werden. Im Übrigen wird es während der Bauphase Probleme beim Einfahren auf den Parkplatz geben." Die Buchhändlerin hofft, dass sie mit ihrem Geschäft bei Baubeginn bereits in die Fußgängerzone umgezogen ist. Rafael Sczensny von Parfümerie & Kosmetikstudio Alysha ist sich sicher, dass während der Bauzeit weniger Kunden in sein Geschäft kommen, wenn er feststellt: "Es wird Teilsperrungen der Straßen geben, Parkplätze im Umfeld werden blockiert. Es wäre sinnvoller, die Maßnahme in den Sommerferien durchzuführen, wenn sowieso weniger Leute unterwegs sind. Ich glaube, ein Kreisel bringt keine wesentliche Entlastung."

Manfred Queißer von Bücher Queißer plädiert für den Kreisel, weil er "Klarheit für die Verkehrsteilnehmer schafft und die Zufahrt zum Parkplatz am Theelpavillion erleichtert". Er verweist weiterhin darauf, dass ein Minikreisel bei guter Planung in wenigen Wochen fertiggestellt sei. Und schließlich erklärt Anton Sokol, Wirt der Gaststätte Reporter: Sinnvoll hin oder her, das Geld wäre in der Fußgängerzone genauso gut angelegt".