Koch Bernhard Michael Bettler aus Wallerfangen wird 70 Jahre

Saarländisches Unikat : Der Meister der Nouvelle Cuisine kocht noch

Saarländischer Gourmet-Pionier Bernhard Michael Bettler aus Wallerfangen wird 70 Jahre.

„Bernhard Michael Bettler ist ein Urgestein der saarländischen Gastronomie, der immer seinen eigenen Weg gegangen ist und ein wahrer Meister unseres Metiers war und ist!“ Dieses große Lob spricht niemand Geringeres aus als Heinz Peter Koop, selbst renommierter Koch, der einst als Küchenchef von Oskar Lafontaine in der Bonner Vertretung des Saarlandes bundesweit für Furore gesorgt hat; heute ist er vor allem als Ortsvorsteher seiner Heimatgemeinde Braunshausen aktiv.

Bernhard Michael Bettler, der als Pionier der saarländischen Gourmet-Szene gilt, wird am Sonntag, 10. November, runde 70 Jahre alt. Er kann auf eine außergewöhnliche berufliche Karriere zurückblicken. Und sein 70. Geburtstag soll keineswegs das Ende der Erfolgsgeschichte darstellen. Bettler war einer der ersten, der die damals unbekannte „Nouvelle Cuisine“ aus Frankreich an die Saar brachte und mit saarländischen Elementen und Eigenkreationen salonfähig machte. Schon im ersten Jahr seiner Selbstständigkeit im damaligen Restaurant „Epe“ in Wallerfangen wurde er mit einem Stern des „Guide Michelin“ ausgezeichnet, der ihn 18 Jahre lang begleitete. Hinzu kamen weitere hohe Auszeichnungen wie „17 Punkte“ des „Gault Millau“, die stetige Nennung in den Hitlisten der 100 besten Restaurants Deutschlands sowie Vorstellungen in den Magazinen „Stern“ sowie „Essen & Trinken“. Im überregionalen Programm des SR kochte er in der Sendung „Einfach köstlich“ und wurde der erste Fernsehkoch des Saarlandes.

1986 wechselte er dann „die Straßenseite“ in die atmosphärisch so besondere alte Villa der Familie von Papen, die er mit sehr großem finanziellen Aufwand umbaute und danach als Villa Fayence zu einem der führenden saarländischen Gourmet-Tempel machte. Viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Sport und Showbusiness konnte er mit seinem Team kulinarisch verwöhnen. Hiervon zeugt auch das Gästebuch der Villa. Noch immer gilt Bettler als Meister der Französischen Klassik. Doch Sterne und Auszeichnungen sind für den bekannten Koch schon lange kein Lebensinhalt mehr. Der Aufwand hierfür stehe, meint Bettler, in keiner Relation zum Nutzen – in Zeiten, in denen sogar „Drei-Sterne-Köche“ ihre Auszeichnungen freiwillig zurückgeben.

Seine Villa Fayence besteht aber nach wie vor: Mit dem eleganten, aber legeren Wintergarten-Restaurant mit separatem Kaminzimmer, dem typisch französischen Bistro „Cave Fayence“ oder dem kleinen Hotelbereich im Obergeschoss. „Für alle Bereiche gilt der hohe Anspruch auf die Zufriedenheit der Gäste“, betont Bettler. Neu ist, dass die Villa auch für private oder geschäftliche Anlässe, mit oder ohne kulinarischem Angebot, gemietet werden kann.

Sein früherer Koch-Kollege Koop schätzt an ihm besonders sein jahrzehntelanges Engagement in Sachen Ausbildung. Zahlreichen jungen Köchen und Köchinnen, darunter auch heute hoch dekorierten, gab Bettler das Rüstzeug für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang mit. Sein umfangreiches Wissen gibt der Gourmet noch immer weiter: In seiner Culinarium-Kochschule, mit der er seit 20 Jahren für ambitionierte Hobbyköche einwöchige Koch-Seminare in exklusiven Villen und Landhäusern des mediterranen Auslandes durchführt, aber auch für Gruppen ab acht Personen in der heimischen Villa Fayence.

Mittelfristig wollen Bernhard Michael Bettler und seine amerikanische Frau Suzanne eine passende Nachfolge finden, damit die Villa auch in Zukunft ein Ort gehobener Gastlichkeit sein wird. Bis dahin aber wollen sie im bewährten Stil, mit neuen Ideen weitermachen. Zu diesen gehören Events wie am 29. November im Wintergarten-Restaurant eine „Soirée de Paris“ mit Dinner und Live-Musik oder am 13. Dezember ein „königliches Dinner“ mit Pianist Herry Schmitt aus Gisingen, der im Mai auf Einladung der englischen Königsfamilie ein Privatkonzert im Hause von Prinz Charles in London gegeben hat.

www.villafayence.de

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