Kleiner Laden und Begegnungsort in einem

Kleiner Laden und Begegnungsort in einem

Zweimal eröffnet wurde der Saargau-Dorfladen in Gisingen. Einmal Mitte 2005 in einer früheren Bankfiliale, 2010 dann am heutigen Standort. Am Freitagnachmittag wurde zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Hungern muss hier niemand, denn der Gisinger Dorfladen hält in Regalen und Theke alles Wichtige bereit: Frische Brötchen und Brote, Fleisch und Wurst, Käse sowie Getränke und Haushaltswaren. Für viele Bewohner des Saargaus ist der kleine Laden die einzige Möglichkeit, sich wohnortnah zu versorgen.

Noch wichtiger aber sind die sozialen Aspekte. Denn im Dezember 2001 schloss in Gisingen der letzte Tante-Emma-Laden. Damit ging auch ein Ort für Begegnungen und Gespräche verloren. Der Saargau-Dorfladen setzt diese Tradition fort und ist der neue Treffpunkt.

"Wir treffen uns jeden Mittwochnachmittag hier", berichteten die so genannten "Mittwochsdamen". Etwa zehn ältere Damen aus Gisingen , die das schön gestaltete Café im Saargau-Dorfladen für ihre Gespräche nutzen. "Wir sind froh, dass es noch so eine Möglichkeit gibt." Und Inhaberin Kerstin Hector komme ihren Kunden mit Angeboten und gutem Service entgegen, betonen sie.

Kommt am Tag der erste Kunde, erzählt Hector, und lobt vielleicht noch mit einem "ihr hann wenischdens noch off", dann baut sie das gleich auf. "Weil man merkt, dass es bei den Leuten ankommt." Die Geschichte des Saargau-Dorfladens sei eine ständige Weiterentwicklung. "Wir reagieren auf unsere Kunden ", erklärt Hector. Für Wandergruppen bleibe beispielsweise auch mal länger geöffnet, und auch Geburtstagsfeiern sind im Laden möglich. Hector überlegt derzeit, einmal in der Woche einen Suppen-Tag einzuführen.

Ihre Kunden kommen aus Gisingen und den umliegenden Orten. Ein Vorteil ist zudem die Nähe zur Grundschule. Dennoch sei es nicht einfach, einen kleinen Laden zu halten, merkt eine Kundin an. "Wir holen regelmäßig unsere Backwaren hier", meint eine andere Kundin aus Ihn. "Hier gibt es die Sachen, die man so braucht. Die Kleinigkeiten, die immer wieder mal fehlen." Und für die muss man dann nicht bis in den nächsten größeren Ort fahren.

Zum Geburtstag sangen Grundschulkinder ein Ständchen, es wurde gegrillt, gefeiert und "gesproocht". Entstanden war der Laden 2005 im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes. Nach dem Standortwechsel ging es 2010 in der Gaustraße weiter.