Kita-Gebühren in Wallerfangen steigen deutlich an

Kinderbetreuung : Eltern zahlen deutlich mehr für Betreuung

In Wallerfangen steigen die Gebühren für Kindergarten und Krippe um 30 bis 50 Euro pro Monat.

Der Wallerfanger Gemeinderat hat eine deutliche Erhöhung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in der Gemeinde beschlossen (die SZ berichtete). Für einen Regelplatz im Kindergarten müssen Eltern künftig monatlich 100 Euro zahlen. Das entspricht einer Erhöhung von 42 Prozent. Die Elternbeiträge für den Tagesplatz und den Krippenplatz steigen um jeweils 50 Euro, nämlich von 115 Euro auf 165 Euro beziehungsweise von 260 Euro auf 310 Euro.

Im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis hätten Eltern bisher in Wallerfangen wenig zahlen müssen, erklärte Kämmerer Joachim Lay, auch nach der Erhöhung liege man noch nicht an der Spitze der Vergleichstabelle. So würden zum Beispiel in Saarlouis für einen Regelplatz 143 Euro fällig, sagte Lay, die katholische Kita gGmbH erhöhe in ihren Einrichtungen nun auf 118 Euro. Weil in der Vergangenheit in allen drei Einrichtungen der Gemeinde, auch in der kirchlichen, gleiche Beiträge für die Eltern gelten sollten, hatte die Gemeinde sogar den Differenzbetrag zwischen ihrem Beitrag und dem der Kita gGmbH als Malus gezahlt, ergänzte Bürgermeister Günter Zahn.

Die Verwaltung verwies auch darauf, dass die Kommune durch ihre Haushaltslage zu einer Erhöhung verpflichtet sei, um den Deckungsgrad zu erhöhen. CDU-Fraktionschef Josef Rath ergänzte dazu: „Die Elternbeiträge sollen 25 Prozent der Personalkosten decken. Der Beitrag muss so bemessen sein, dass er diesen Satz nicht übersteigt. Unterschritten werden darf er.“

Der Antrag der CDU-Fraktion, die notwendige Gebührenerhöhung in zwei Schritten durchzuführen, nämlich zunächst um zehn Euro für den Tagesplatz und je 17 Euro für Tages- und Krippenplatz, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Fraktion wollte die weitere Entwicklung in Land und Bund bezüglich einer Beitragsfreiheit für Eltern abwarten: „Wir könnten die Beiträge, wie andere Kommunen auch, nun für ein Jahr festsetzen und dann noch mal entscheiden“, plädierte Rath.

SPD-Fraktionschef Horst Trenz erklärte: „Seit Jahren sind wir uns einig, dass die Elternbeiträge steigen müssen. Aber auch, dass eine Erhöhung auf Grund der Zustände im katholischen Kindergarten und der baulichen Mängel den Bürgern nicht vermittelbar gewesen sei.“ Doch nun habe man mit dem Ausweichquartier, dem Containerstandort am Alten Sportplatz, die Situation verbessert. „Ich habe dort vor Ort mit den Angestellten gesprochen, die sagen, es habe sich um das Zehnfache verbessert gegenüber vorher“, sagte Trenz.

Es gebe keine Alternative zur Erhöhung, betonte Trenz: „Während andere erhöhen, trauen wir uns gegenüber den Eltern nicht? Wir hatten seit etlichen Jahren keine Erhöhung trotz Tarifsteigerungen. Und Eltern, die wenig Geld haben, werden weiter Hilfe in Anspruch nehmen können“, meinte Trenz, „ein harter Schritt, aber er ist notwendig.“ Seit mindestens 16 Jahren habe es keine Erhöhung mehr gegeben, ergänzte Kämmerer Lay noch: Die letzte Aufzeichnung in den Unterlagen betreffe die Euro-Umstellung 2002. Was Kurt Golla, Freie Wähler, zu der Feststellung veranlasste: „Dann hat die Gemeinde also seit 16 Jahren geschlafen.“

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