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Kappensitzung beim Musikverein Kerlingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Närrisches Treiben : Die kleinen Seitenhiebe aus der Bütt . . .

Bei der Kappensitzung in Kerlingen zeigten die Narren, wie man auf dem Gau Faasend feiert.

Über 60 Akteure des Musikvereins Kerlingen auf und hinter der Bühne bewiesen am Wochenende, dass man auf dem Gau weiß, wie man Faasend feiert. In den Saal des ehemaligen Gasthauses Ehl lud der Musikverein Kerlingen zur ersten Kappensitzung der Session. „Wir machen das schon seit gut 40 Jahren“, sagte Christoph Haas, der an diesem historischen Abend, seinen Moderatorenstab an Anika Ehl übergab. Allerdings nicht, ohne sich von den Närrinnen und Narren im proppenvollen Saal angemessen zu verabschieden.

Im Anschluss bewies die neue Moderatorin, dass man mit Frauenpower eine Kappensitzung sehr gut moderieren kann.

Es folgten Tanz, Gesang und Büttenreden. Letztere nicht ohne Seitenhiebe gegen die Nachbarn vom Hasenberg. Alte „Liebe“ rostet eben nicht, und so ist es dann auch gute Sitte hier gehörig auszuteilen. Am Schluss verträgt man sich ja doch, auch wenn die Gisinger Buben über die Hasenberger lästern und Mathias Schneider als „Der Hasenberger“ aus der Bütt zurückschlägt.

Dennoch waren die Nachbarn klar im Nachteil, denn fast keine Büttenrede kam ohne kleine Seitenhiebe aus.

Das weiß auch schon der Nachwuchs Lena Hübner und Lorena Ehl, die als Mario und Luigi, ohne eine Miene zu verziehen, in der Bütt standen. Zwei ganz Starke landeten ebenso in der Bütt: Lucas Ehl der „von Dahemm und Ronderum“ erzählte, während der Kümmerer Max Gebauer tief ins Dorfleben blickte. Und Russin Kerstin Arweiler berichtete von ihrem Weg in den Schoß der Ehe.

Kabarettistisch wurde es am Klavier mit Lukas Phillippi, bevor die Seniorenresidenz Starrsinn ihre Pforten öffnete. Für gesangliche Stimmung sorgte Sonja Theobald, die gemeinsam mit dem ganzen Saal „So senn mir Kerlinger“ anstimmte. Während es die Gauer Buben buchstäblich mit leeren Bierkästen krachen ließen.

Meisterlich getanzt wurde in Kerlingen übrigens auch. Mit Adina Leinen, Deutsche Meisterin als Seniorentanzmariechen, und Maike Jäger, Drittplatzierte bei den Deutschen Meisterschaften im Juniorenmariechentanz, zeigten die Tanzmeisterinnen vom TSC Gisingen Brotdorf ihr Können. Ansporn für die Minis, die Jugendgarde Young Stars, die Seniorentänzerinnen und die Showtänzerinnen der Aktiven und Juniorengarde, die ebenfalls für beste Stimmung sorgten.

Die meisten Uniformen der Gardistinnen werden übrigens bis heute von einem echten Urgestein und der 1. Vorsitzenden des MV Kerlingen, Anita Schneider (82), gemacht, die inzwischen leider nicht mehr vor Ort dabei sein kann.