Jeder kann helfen

Der 21-jährige Michael Meier aus Felsberg erfuhr vor rund sieben Wochen, dass er Leukämie hat. Während er seine zweite Chemo-Therapie bekommt, sucht seine Familie weiterhin einen passenden Spender.

Für den an Leukämie erkrankten Michael Meier aus Felsberg findet am Sonntag, 20. Oktober, eine Typisierungsaktion statt. Von 11 bis 17 Uhr kann man sich im Bistro und im Lichthof des Max-Planck-Gymnasiums in Saarlouis für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DMS) registrieren lassen (wir berichteten).

Vor rund sieben Wochen erfuhr der 21-jährige Michael von seiner Erkrankung. Die Diagnose Blutkrebs war niederschmetternd. Nur eine passende Stammzellspende kann den jungen Mann heilen - doch die wurde bislang weltweit noch nicht gefunden.

Derzeit ist der Landschaftsgärtner im Krankenhaus, er hat seine zweite Chemo-Therapie abgeschlossen. Michaels Freundin Laura Robert erzählt: "Die hat er wesentlich besser vertragen als die erste. Bei der hatte er eine richtig heftige Entzündung mit Fieber und Ausschlag. Abgesehen von der Übelkeit geht es ihm jetzt etwas besser."

Auf unsere Berichterstattung gab es jede Menge Reaktionen auf der Facebook-Seite der Lokralredaktion Saarlouis. Der Artikel wurde fleißig mit Freunden geteilt, um auf die Aktion am Sonntag, 20. Okotber, aufmerksam zu machen. Facebook-Fan Diana Cavelius aus Roden schreibt: "Lieber Michael, ich wünsche dir alles Gute dieser Welt und dass du deinen Spender findest." Im Oktober letzten Jahres sei auch ihr 13-jähriger Sohn an Leukämie erkrankt. "Ich habe mich natürlich auch sofort registrieren lassen und muss dir sagen, die Typisierung ist kostenlos, es wird lediglich eine freiwillige Spende von 50 Euro erwünscht und es muss auch nicht gepiekst werden. Ein Wattestäbchen tut's auch", schreibt Cavelius weiter.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die in einer Kartei potenzielle Lebensspender zusammenfasst. Sie bietet zwei Formen der Registrierung, bei der die Gewebemerkmale bestimmt werden, an: Entweder über eine Blutentnahme von fünf Millilitern oder über einen Stäbchenabstrich der Wangenschleimhaut. Erst wenn die Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen, werden weitere Tests gemacht.

Bei der Typisierungsaktion für Michael wird Blut entnommen. Die DKMS erklärt dies so: "Wir setzen die Blutentnahme - nicht die Wattestäbchen - bei öffentlichen Aktionen ein, damit wir keine Personen aufnehmen, die sich aufgrund der emotionalen Situation oder aus einer Gruppendynamik heraus registrieren lassen, obwohl sie möglicherweise Angst vor Nadeln haben. Bei einer späteren Stammzellspende ist eine Blutentnahme unumgänglich."

Wer keine Zeit hat, zur Registrierungsaktion zu kommen, kann sich per Stäbchenvariante typisieren lassen. Die Stäbchen kann jeder kostenlos auf der Internetseite der DKMS unter www.dkms.de bestellen.

Michaels Familie ist es wichtig, darüber aufzuklären, dass diese Entnahme nichts mit einer Rückenmarkspende zu tun hat. "Das ist ein Vorurteil, das sich wacker gehalten hat, an dem aber überhaupt nix dran ist", versichert Laura Robert und hofft darauf, dass sich viele Menschen bei der Typisierungsaktion im Max-Planck-Gymnasium registrieren lassen. >Fortsetzung

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Zum Thema:

Auf einen BlickDie Typisierungsaktion findet am Sonntag, 20. Oktober, von 11 bis 17 Uhr im Bistro und im Lichthof des Max-Planck-Gymnasiums in Saarlouis statt. Stammzellen spenden können grundsätzlich alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, die in guter körperlicher Verfassung sind, nicht an einer chronischen Erkrankung leiden oder einer Risikogruppe angehören. Von der Blutspende ausgeschlossen sind beispielsweise Homosexuelle und Menschen mit Herz- und Gefäßkrankheiten.Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS auf Spenden angewiesen. Spendenkonto: 14 35 92 02 05 bei der Volksbank Saar-West eG, BLZ 59 19 02 00, Stichwort Michael. bladkms.de