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Jahresrückblick
Das Jahr begann mit einem Schock

Wie geht es weiter mit der Krippe? – Groß war das Interesse an einer Dringlichkeitssitzung des Gemeinderates im Januar in der Walderfingia.
Wie geht es weiter mit der Krippe? – Groß war das Interesse an einer Dringlichkeitssitzung des Gemeinderates im Januar in der Walderfingia. FOTO: Thomas Seeber
Wallerfangen. Jahresrückblick der Städte und Gemeinden in der Saarbrücker Zeitung, heute: Wallerfangen Von Nicole Bastong

Seit Jahren nun beschäftigen die Gemeinde Wallerfangen mehrere große Baustellen, so auch 2017. Während aber der beschlossene Neubau der Großbachbrücke in Ihn in diesem Jahr keinerlei Fortschritte machte, passierte in Sachen Kinderbetreuung einiges.


Das Jahr begann mit einem Schock: Die Kinderkrippe auf der Adolphshöhe, 2014 eröffnet und wegen Schadstoffbelastung gleich wieder geschlossen, war bis Anfang 2017 komplett entkernt worden. Doch neue Messungen im Januar zeigten: Trotzdem lag die Belastung in der Raumluft noch über dem zulässigen Grenzwert.

In einer Dringlichkeitssitzung, die auf Grund des großen Interesses von Bürgern und Medien in der Walderfingia abgehalten wurde, sollte der Gemeinderat am 17. Januar entscheiden, wie es weitergehen sollte: Beschlossen wurde dabei mehrheitlich, dass noch eine weitere Messung durchgeführt werden solle. Davon abhängend sollte über Abriss der Krippe, die bis dahin 1,7 Millionen Euro gekostet hatte, oder Neubau entschieden werden. Eine Angliederung an den Kindergarten St. Katharina, hieß es zu dem Zeitpunkt, sei nicht möglich.



Im April beschloss der Gemeinderat dann mehrheitlich: Während der baufällige Kindergarten St. Katharina saniert und um Krippenplätze erweitert wird, sollen die Kinder in Containern untergebracht werden. Diese sollten im Herbst am alten Sportplatz aufgestellt werden.

Im Juni war die Zukunft des Krippenbaus immer noch unklar. Klar war da aber: Ein Neubau des Kindergartens St. Katharina mit fünf Kita- und zwei Krippengruppen am gleichen Standort wird genehmigt. Den Kindergarten hatte die Gemeinde Ende 2016 von der Kirchengemeinde für einen symbolischen Euro gekauft. Dessen Sanierung sollte eigentlich im Sommer 2017 beginnen. Die Neuplanung verzögerte dies jedoch.

Mitte des Jahres zog sich die Kinderland gGmbH als Träger der Krippe zurück und die noch ausgelagerten Kinder wurden wieder in Wallerfangen, vorerst im Kindergarten St. Katharina, untergebracht. Im August hatte ein Gutachter den Krippenneubau untersucht; dessen Bericht lag bis Jahresende nicht vor und damit auch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Krippe.

Im September dann die nächste schlechte Nachricht: Der Rat musste die Ausschreibung für das Container-Quartier wieder aufheben und neu starten. Beim Zeitplan, dass Kindergarten- und Krippenkinder an Ostern 2018 umziehen sollen, sollte es dennoch bleiben. Der neue Auftrag für die Container in Höhe von rund 941 000 Euro wurde Mitte November vergeben.

In der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Adolphshöhe bleibt es eng. Im August 2016 hatte der Bau der umstrittenen Innentreppe in der ehemaligen Turnhalle begonnen, im Januar 2017 stellte sich heraus: Die Treppe kann so nicht genutzt werden und muss nachgebessert werden. Die Kosten lagen bei rund 100 000 Euro und damit mehr als drei Mal höher als geplant. Die Innentreppe sollte das Dachgeschoss eines Nebengebäudes wieder nutzbar machen und die Platznot in der Betreuung lindern. Zwei Container dienen schon seit 2013 als Ausweichquartier; deren Genehmigung läuft im Sommer 2018 aus.

Ein Lokales Bündnis für Familie hat im Februar seine Arbeit aufgenommen. Seine Ziele: ein Gesamtkonzept für Bildung und Betreuung in Wallerfangen, der Bau einer Turnhalle für die Grundschule. Als Vertreter betroffener Eltern überreichte das Bündnis zum Auftakt dem Bürgermeister eine Resolution mit 200 Unterschriften, um „eine tragfähige Lösung zum Wohle der Kinder und Familien in Wallerfangen zu finden, jenseits parteipolitischer Interessen“. Kritik an mangelnder Kommunikation der Gemeinde wurde im Verlauf des Jahres immer wieder laut.

Die nächste Baustelle in Wallerfangen ist auch schon geplant: Im November wurden erste Ideen zur Umgestaltung der Wallerfanger Ortsmitte und des Fabrikplatzes am Rathaus vorgestellt.

Mit schlechten Nachrichten begann 2017 auch jenseits der Verwaltung: Ein schlimmer Brand zerstörte im Januar ein Wohnhaus in der Augustiner Straße und machte eine Familie mit zwei Kindern obdachlos. Bauarbeiten am Hang an der L 355 zwischen Wallerfangen und St. Barbara erschwerten ab Mitte Februar den Verkehr. Der bekannte Wallerfanger Claude Villeroy de Galhau starb im Juni im Alter von 85 Jahren.

Positiv bleibt 2017 in Erinnerung: Das gemeinsame Jubiläum der Wallerfanger Vereine „De Neimerder“ und TuS, die 44 und 40 Jahre alt wurden. Im Juli startete das Gisinger „Bring-Wäänchen“ seinen Dienst: Vom Saargau-Dorfladen aus versorgt der öffentlich geförderte Bringdienst die Gaubewohner mit bestellten Lebensmitteln.

Zum zweiten Mal war das Fallschirmsportzentrum Saar (FSZ) in Düren im August Gastgeber für die Europameisterschaft und des Weltcups. Mehr als 400 Springer aus 29 Nationen sorgten für eine Rekordbeteiligung. Im August konnte die Jugendfeuerwehr Ittersdorf ihr 50-jähriges Bestehen feiern.

Seit November kann das Historische Museum Wallerfangen die Replik des Schmuckes der Keltenfürstin zeigen. Schon im März hatte das 2015 wiedereröffnete Museum über 40 000 Euro Zuschuss aus dem Leader-Programm erhalten.

Fallschirmsprung Waldemar Hector mit seinem Tandemmaster Thomas Schneider Michael Hans._Foto: Rolf Ruppenthal/  5. Juni 2017
Fallschirmsprung Waldemar Hector mit seinem Tandemmaster Thomas Schneider Michael Hans._Foto: Rolf Ruppenthal/ 5. Juni 2017 FOTO: rup