Jahresrückblick Wallerfangen: 2018 bewegte sich wenig

Jahresrückblick : Nur an manchen Baustellen geht’s weiter

Gerade in Sachen Baustellen besteht in Wallerfangen einiger Nachholbedarf. Doch es gibt auch Positives fürs Jahr 2018 zu vermelden.

In der Gemeinde der Dauer-Baustellen war 2018 nur an einigen Stellen Fortschritt zu verzeichnen. So hat sich an der Brücke Ihn noch nichts bewegt. Seit 2015 schon steht nun fest: Die Großbachbrücke in Ihn ist nicht mehr verkehrssicher und muss neu gebaut werden. Das Bauwerk aus den 50er-Jahren, einzige Querung über den Ihner Bach, kann auch nicht mehr saniert werden. Doch ein Baubeginn, stellte sich am Mai heraus, war auch 2018 noch nicht in Sicht. Die Planungen verzögern sich Jahr um Jahr – dabei hat die Gemeinde Wallerfangen sogar das Geld dafür. Grund sind juristische Probleme mit einem der zwölf Anlieger. Ob 2019 nun wirklich Baubeginn sein kann, wie es die Gemeinde ankündigte, wird sich zeigen.

Dafür ist in die Kita-Situation endlich Bewegung gekommen: Im April wurde das Ausweichquartier aus Containern für den Kindergarten St. Katharina eröffnet, auf dem alten Sportplatz sind fünf Kindergartengruppen für gut zwei Jahre ausgelagert. Außerdem 33 Krippenkinder, denn die neugebaute Krippe auf der Adolphshöhe steht nach wie vor leer. Der Spatenstich für den lange fälligen Neubau der Kita St. Katharina, größer, aber an alter Stelle, erfolgte dann Ende November. Die neue Kita soll Anfang 2020 fertig sein.

In Sachen Kita-Gebühren, die im Juni deutlich steigen sollten, ruderte der Gemeinderat aber im September doch wieder zurück: Nach deutlichen Protesten der Elternschaft, die weder in Wallerfangen noch in Gisingen zufrieden mit der baulichen Situation der Kitas sind.

Über eine andere Dauerbaustelle, die der beengten Nachmittagsbetreuung der Grundschule Wallerfangen, war 2018 wenig zu hören. Seit fünf Jahren sind die Kinder dort ebenfalls in Containern untergebracht. Ein Anbau wurde 2017 abermals diskutiert, ohne Ergebnis.

Dafür hat die Gemeinde aber ein neues Projekt gestartet, den Umbau des Ortskerns Wallerfangen. Für bis zu sechs Millionen Euro Baukosten soll in den kommenden zehn Jahren die Ortsmitte, öffentlich gefördert, umgebaut werden. Im Februar stellten drei Planungsbüros ihre Entwürfe, zunächst zur Neugestaltung von Rathausplatz und Hauptstraße, vor. Das Interesse der Bürger daran war bescheiden. Die Arbeiten für den Entwurf, für den sich Jury und Rat entschieden hatten, sollten „im Laufe von 2018“ starten; bisher ist noch wenig zu sehen.

Und noch eine Dauerbaustelle kündigte sich zum Jahresende an: 20 bis 25 Millionen Euro muss die Gemeinde in der nächsten Dekade in die Kanalsanierung investieren, das betrifft alle Ortsteile. Bei der interkommunalen Zusammenarbeit tat sich in Wallerfangen 2018 dagegen einiges: insbesondere mit Dillingen wurde diese ausgebaut, sowohl die Grünschnittverwertung als auch das Standesamt wurde in die Hüttenstadt verlegt. Außerdem ging die Gemeinde am Jahresende eine Zusammenarbeit mit Saarlouis und Ensdorf bei der Verkehrsüberwachung ein.

Für Ärger sorgte die monatelange Sperrung der Verbindungsstraße nach Oberlimberg; nach einem Erdrutsch war der gern genutzte Weg bis August gesperrt, doch dann ging es ganz schnell mit den Räumarbeiten.

Das Freibad feierte im August sein 50-jähriges Bestehen; erstmals fuhr in diesem Sommer auch ein Schwimmbadbus Besucher vom Gau ins Blauloch, was gut angenommen wurde.

Ärger und Sorge machten sich in Ittersdorf breit, als im Juli bekannt wurde, dass dort eine Windkraftfläche beantragt worden sei. Eine Bürgerinitiative möchte den Bau von Windrädern dort verhindern; auch die Bundeswehr, die in Düren übt, hat Einwände.

Der nächste Bürgermeister der Gemeinde, der am 26. Mai 2019 gewählt wird, tritt jedenfalls kein leichtes Erbe an. Dennoch haben sich bereits vier Kandidaten für die Wahl gefunden: Nicole Reiners-Gerard (CDU), Horst Trenz (SPD) sowie die parteilosen Regine Collet und Wolfgang Lehnert wollen sich zur Wahl stellen.

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