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Hochzeit in der selbst entworfenen Kirche

Hochzeit in der selbst entworfenen Kirche

Unübersehbare Spuren hat Franz Georg Himpler im 19. Jahrhundert auch im Raum Saarlouis hinterlassen. Der in Ottweiler geborene Architekt entwarf die Kirchen von Ensdorf, Neuforweiler und Wallerfangen. Heute ist sein 100. Todestag.

Franz Georg Himpler kam am 14. Mai 1833 in Ottweiler auf die Welt. Er starb am 13. September 1916 in den USA. Sein Leben und Arbeiten hat Denkmalschützer Rupert Schreiber zusammengetragen. Schon kurz nach Abschluss der königlichen Bauakademie in Berlin wurde der Raum Saarlouis für Himpler zum fruchtbaren Tätigkeitsfeld. Ab 1860 wohnte er in Wallerfangen , 1863 heiratete er die Schifferstochter Maria Magdalena Bier.

Ihre Trauung war die erste in der von ihm entworfenen neuen Pfarrkirche St. Katharina. Später kamen zwei Töchter auf die Welt. Himpler war zudem Mitglied im Gemeinderat sowie im Kuratorium der Sophienstiftung.

Mit der zwischen 1861 und 1863 entstandenen Wallerfanger Pfarrkirche bescherte er seinem Heimatort ein Gotteshaus, welches das erste rein neugotische im Bistum war. Es gilt heute als eines der schönsten dieser Art im Trierer Bistum. Als ein besonderes Element arbeitete er einen Giebel des mittelalterlichen Kölner Domes mit ein.

Zum religiösen Kleinod gestaltete Himpler die Josephskapelle. Diese hatte Madame Céphalie Thierry 1864 als Hauskapelle in Auftrag gegeben. Errichtet wurde sie direkt neben dem Schloss Villeroy in Wallerfangen . Schon 1878/79 baute man sie wieder ab, transportierte Stein für Stein per Schiff nach Mettlach und errichtet sie dort neu.

Die Arbeiten in Wallerfangen förderten Himplers Karriere im Bistum Trier . Neben Neubauten war er auch für Restaurierung und Erweiterungen tätig. Die einfühlsame Erweiterung von St. Maximin in Klotten bei Cochem gilt als mustergültig für die Geschichte der Denkmalpflege. 1863-68 entstand nach Plänen Himplers die Pfarrkiche St. Marien in Ensdorf. Eine Kirche, die von ihrer Formensprache her wesentlich vom Bamberger Dom inspiriert ist. Aus Elementen für Ensdorf erstellte Himpler 1864-66 den Kirchenbau für Neuforweiler.

Porträt von Architekt Franz Georg Himpler aus seiner Zeit in den USA. Foto: Landesdenkmalamt. Foto: Landesdenkmalamt

Ein Mord führte zum Ende seiner Karriere in Deutschland. Ein Halbbruder Himplers hatte 1867 im Trierweiler Pfarrhaus 200 Taler gestohlen und die Haushälterin ermordet. Der Täter wurde später zum Tode verurteilt. Als Folge davon wandert Himpler 1867 mitsamt Familie in die USA aus. Dort war er unter anderen als Gutachter tätig, als Unternehmer und Ingenieur. Als Kirchenarchitekt entwarf er die damals größte Benediktinerkirche der USA, St. Benedict Abbey in Atchison, Kansas. Und von der Wallerfanger Pfarrkirche St. Katharina schuf er in Detroit eine große Kopie und in Rome bei New York eine kleinere.