Grünes Licht für neuen Rasenplatz

Körprich/Nalbach. Nach einem Eilantrag der SPD, CDU und der Linken beschloss der Nalbacher Gemeinderat einstimmig, den Körpricher Fußballplatz zu einem Naturrasenplatz auszubauen. In den vergangenen Jahren gab es um den Sportplatzausbau kontroverse Diskussionen

 Die Körpricher Fußballer können bald auf einem neuen Belag kicken. Aus der heutigen Brasche soll Rasen werden. Foto: Dieter Lorig

Die Körpricher Fußballer können bald auf einem neuen Belag kicken. Aus der heutigen Brasche soll Rasen werden. Foto: Dieter Lorig

Körprich/Nalbach. Nach einem Eilantrag der SPD, CDU und der Linken beschloss der Nalbacher Gemeinderat einstimmig, den Körpricher Fußballplatz zu einem Naturrasenplatz auszubauen. In den vergangenen Jahren gab es um den Sportplatzausbau kontroverse Diskussionen. Die Anträge der SG Körprich-Bilsdorf für den Bau eines Rasenplatzes waren bisher am Veto der SPD-Mehrheitsfraktion im Nalbacher Gemeinderat gescheitert.

"Das ist Machtdemonstration"

Bürgermeister Peter Lehnert sieht den Beschluss für den Rasenplatzbau nach eigenen Angaben mit gemischten Gefühlen. 2012 hatte er sich in seinem Wahlprogramm gegen einen zweiten Rasenplatz in der Gemeinde Nalbach ausgesprochen. Als Bürgermeister habe er das Wohl aller Vereine und Bürger im Fokus. "Der jetzige einstimmige Beschluss, in Körprich doch einen Rasenplatz zu bauen, ist eine erste Machtdemonstration der im Nalbacher Rat vertretenen Fraktionen gegen den neuen Bürgermeister", sagte Lehnert.

Dagegen freute sich Fridolin Bonnaire, Vorsitzender der SG Körprich-Bilsdorf, über den Beschluss des Gemeinderates. "In der Landesliga sind wir derzeit der einzige Verein mit Hartplatz", sagte Bonnaire.

Die Kosten für den Bau des Körpricher Rasenplatzes sind auf zirka 250 000 Euro veranschlagt. Mit 100 000 Euro wird das Vorhaben vom Innenministerium und zusätzlich mit 62 500 Euro von der Sportplanungskommission gefördert. Weitere 25 000 Euro muss die SG Körprich-Bilsdorf als Nutzer der neuen Sportstätte finanziell zuschießen.

Lehnert sieht Folgekosten

Die verbleibenden Restkosten in Höhe von etwas mehr als 60 000 Euro sind von der Gemeinde Nalbach zu schultern und dies trotz angespannter Haushaltslage. Zudem befürchtet Bürgermeister Lehnert, dass weitere Folgekosten, wie etwa für Hochwasserschutz, anfallen könnten. Deshalb drängt Lehnert darauf, die Baukosten auf 250 000 Euro zu deckeln. Zudem sollte der Fußballverein die anfallenden "Pflegekosten" für den neuen Platz selbst zahlen.

Der heutige Landrat und frühere Bürgermeister von Nalbach, Patrik Lauer (SPD), hat sich 2012 für den Bau eines Rasenplatzes in Körprich eingesetzt - nachdem er zuvor dagegen argumentiert hatte. Mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Schmitt (CDU) hatte Lauer erste Gespräche mit der Landesregierung geführt, um Zuschüsse für das Projekt zu erhalten. Oswald Kriebs, Fraktionssprecher der SPD im Nalbacher Rat, sprach von einem Paradebeispiel, was erreicht werden könne, wenn CDU und SPD auf örtlicher und Landesebene zusammenarbeiteten. Kriebs und Schmitt hatten zuletzt Anfang Januar im Innenministerium erfolgreich für Fördergeld zum Bau des Rasenplatzes geworben.

Kriebs sagte, dass die 2006 im Nalbacher Gemeinderat mehrheitlich getroffene Grundsatzentscheidung, nur in Piesbach einen Rasenplatz zu bauen, durch die Gegenwart widerlegt sei. Gerade nach Gründung der "JFG Litermont", einer Junior-Fußball-Fördergemeinschaft für das untere Primstal, sei ein zweiter Rasenplatz in der Gemeinde sinnvoll.

Meinung

Auf einmal viel mehr Geburten?

Von SZ-Redakteur

Mathias Winters

Mich hatte die Rechnung seinerzeit überzeugt: Im November 2010 hatte der damalige Bürgermeister Patrik Lauer bei der Diskussion von SZ und SR wahlkämpferisch vorgezählt, wie wenige Kinder jährlich in Nalbach mit seinen vier Ortsteilen geboren werden. Das hatte zur Begründung gegen eine zweiten Rasenplatz gedient. Nun gut, in knapp zweieinviertel Jahren kann an der Geburtenfront natürlich einiges passiert sein …

Nein, wir wissen natürlich, dass dies nicht der Grund für die Umentscheidung zu Rasenplatz zwei in der Gemeinde ist. Fremde Geldquellen werden angezapft, da kostet das neue Grün ja fast nichts mehr. Wir kommen von dieser Denkweise offensichtlich nicht los. Wenn's denn mal wenigstens mehr Kinder wären, denen wir die Schulden hinterlassen …