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Gisinger Glück, geliebte Gemeinde

Gisinger Glück, geliebte Gemeinde

Gisingen. "45 Jahre habe ich jetzt das Glück, in Gisingen leben zu dürfen", begann Ernst Funke, Vorsitzender der "Dorfgemeinschaft Gisingen". Schöne Landschaft und reges Vereinsleben führte er an und das rege Engagement der Bewohner. Solch einen Eisbrecher wünscht sich der Gastgeber. Viele aktive Dorfgemeinschaften prägen die Gemeinde Wallerfangen

Gisingen. "45 Jahre habe ich jetzt das Glück, in Gisingen leben zu dürfen", begann Ernst Funke, Vorsitzender der "Dorfgemeinschaft Gisingen". Schöne Landschaft und reges Vereinsleben führte er an und das rege Engagement der Bewohner. Solch einen Eisbrecher wünscht sich der Gastgeber. Viele aktive Dorfgemeinschaften prägen die Gemeinde Wallerfangen. Das zeigte sich am Mittwoch beim Ortsgespräch der SZ-Aktion "Ich lebe gern in ..." im Gasthaus Bauer in Gisingen. Das alte Feuerwehrhaus in Bedersdorf wird zum Viezhaus, schilderte Ortsvorsteher Alois Tasch. Deshalb führe die Viezstraße nun bis in die Gemeinde. In Kerlingen werden Feste "mehr als genug" gefeiert, sagte Ortsvorsteher Herbert Rhoden. Eine hochwertige Dorfchronik gebe es dort, Feuerwehr und Rotes Kreuz seien "sehr rührig". Das Ortsbild von Wallerfangen "spiegelt nicht unbedingt die Schönheit der Gemeinde wider", folgerte Horst Trenz, Beigeordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. Alle müssten etwas tun, das zu ändern. Moderator Mathias Winters meinte: "Eine schöne Aufgabe für den neuen Bürgermeister." Der will die Potenziale nutzen. Doch "wegen Butter kommt keiner nach Wallerfangen", sagte Günter Zahn. Dagegen lockten Spezialitäten wie Spargel die Leute an. Als "echten Wallerfanger" bezeichnete sich Peter Caspar, der seit 87 Jahren dort lebt. "For maich es et scheen", findet er trotz heutigen Erscheinungsbilds. Kritischer war Thomas Ehl, mobiler Hufbeschlagsschmied in Bedersdorf. Eine "regelrechte Landflucht" gebe es, weil junge Leute ohne Arbeit wegzögen. Andererseits lobte er die "wunderbaren Handwerksbetriebe" in der Gemeinde und "fähige Köpfe". Statt Dorfromantik bevorzugte Wolfgang Schmitt, Ortsvorsteher von Ihn-Leidingen, Aktivitäten wie die in Rammelfangen, mit attraktivem Dorfbrunnen und prämiertem Panoramaweg. Vereine müssen fusionieren, Löschbezirke werden zusammengelegt, Zugezogene bleiben vielfach dem Dorfleben fern. Um Geschäfte und Vereine weiterhin zu erhalten, dafür "müssen die Leute es auch nutzen", sagte Manfred Montnacher. Gemacht wird einiges, wie der VfB Gisingen zeigt. "Die Spieler kommen vom ganzen Gau", sagte Vorstandsmitglied Markus Fontaine über die Jugendarbeit. Mehr als 90 Kinder füllten Mannschaften bis zur B-Jugend, auch die A-Jugend komme wieder. An einem Bioenergiedorf arbeitet eine Gisinger Arbeitsgruppe, stellte Gisingens Ortsvorsteherin Ulrike Heffinger dar. Die Idee von Hubert Bennoit setzen 15 Gisinger Bürger unentgeltlich um. Zudem soll Breitbandversorgung per Richtfunk den Ort attraktiv machen und Möglichkeiten für Arbeitsplätze schaffen. Positive Wirkung hat seit einigen Jahren der Dorfladen in Gisingen, von Umweltministerium und Manfred Montnacher mit in Gang gesetzt. "Ein tolles Projekt", lobte Winters. Nicht nur für die Nahversorgung, betonte Ortsvorsteherin Heffinger, "auch als Treffpunkt".

Sehr schöner Abschluss

Von SZ-RedakteurMathias Winters Wallerfangen ist die letzte der 13 Kommunen im Landkreis Saarlouis, in der die Aktion "Ich lebe gern in . . ." läuft. Das Ortsgespräch in Gisingen war also ein Teil der Abschlussrunde - ein sehr schöner! Ein rege Runde, neue Informationen aus den Dörfern ebenso wie liebevolle Bekenntnisse zu Bewährtem: Hier leben die Leute gern und lassen das ihre Gäste wissen.Am besten hat das ein paar Getränke nach dem Ortsgespräch im Saal einer am Kartenspieltisch ausgedrückt: "Komisch, dass ihr danach fragt. Ist doch klar, dass hier unsere geliebte Heimat ist."