Geplanter Windpark in Ittersdorf erhält keine Genehmigung

Windräder : Absage an geplanten Windpark Ittersdorf

Seit die Pläne für den Windpark Ittersdorf bekannt geworden waren, hatten Bürger protestiert. Jetzt herrscht Erleichterung im Ort.

Aufatmen in Ittersdorf: Dort wird kein Windpark gebaut. Das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) hat den Antrag zur Errichtung von zwei Windrädern in dem Wallerfanger Ortsteil abgelehnt. Dem Bau stehen „bauplanungsrechtliche Belange als auch Belange der Landesverteidigung entgegen“, heißt es im Ablehnungsbescheid, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

„Ich habe vor Freude einen kleinen Satz gemacht“, bekundete der Ittersdorfer Ortsvorsteher Heinz Rickert. Viele im Ort seien erleichtert, dass der Antrag abgelehnt wurde. „270 Meter hohe Windräder, nur 800 bis 900 Meter von der Wohnbebauung entfernt, das war wirklich nicht zumutbar“, betonte Rickert.

Der Ortsrat und viele Bürger aus Ittersdorf hatten im vergangenen Jahr gegen die geplante Anlage mobil gemacht. Sie befürchteten Beeinträchtigungen für Mensch und Natur, Lärmbelästigung und auch einen Wertverlust ihrer Häuser. „Wir hatten zwei Bürgerversammlungen, unter reger Teilnahme, dabei war die Stimmung eindeutig“, sagte Rickert. Eine Bürgerinitiative stand „unmittelbar vor der Gründung“, ergänzte er, als die Absage des LUA bekannt wurde.

Gleich mehrere Gründe gaben demnach den Ausschlag für die Ablehnung: Die Nähe des Flugplatzes Düren, dessen Flugverkehr nach Stellungnahmen der Deutschen Flugsicherung gefährdet oder beeinträchtigt werden könnte. Der Widerstand der Bundeswehr, denn der Flugplatz Düren wäre als im Saarland einzig verbliebener Absetzplatz für die Fallschirmspringer der Luftlandebrigade 1 nicht mehr mit dem notwendigen Sicherheitsspielraum nutzbar.

Darüber hinaus würde die Planung des Windparks Ittersdorf die von der Gemeinde Wallerfangen im Dezember 2016 beschlossene Änderung ihres Flächennutzungsplanes zur Steuerung der Windenergie unterlaufen. Wegen der Nähe der geplanten Windräder zum Baudenkmal „Sender Europa 1“ hatte zudem das Landesdenkmalamt für eine Stellungnahme die antragstellende Firma um Unterlagen gebeten, die diese aber trotz Fristsetzung nicht vorgelegt habe, teilt das Umweltministerium mit.

„Dieses Verfahren und die ausführlich begründete Entscheidung belegen erneut, dass wir nicht auf Teufel komm raus Windräder genehmigen, sondern jeden Fall mit großer Sorgfalt prüfen. Sowohl der Antragsteller als auch die betroffenen Kommunen haben einen Anspruch auf ein rechtssicheres Verfahren“, erklärte Saar-Umweltminister Reinhold Jost.

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