Gemeinderat Wallerfangen hat keine Antworten zu Freibad und Windkraft

Zukunft des Schwimmbades : Nichts zu hören in der Walderfingia

Akustisch und inhaltlich ist vom Wallerfanger Rat kaum was mitzubekommen.

Als sei es seine erste öffentliche Sitzung. So wirkte der Wallerfanger Gemeinderat in der Mehrzweckhalle Walderfingia in seiner jüngsten Sitzung. Und Grund war nicht nur die „schlechte Akustik“, die Bürgermeister Günter Zahn anmerkte. So fehlten für die Präsentation zum Thema Nachhaltigkeit Leinwand und Beamer. Manche Ratsmitglieder schafften es nicht, ihr Mikrofon einzuschalten. Andere redeten seitlich vorbei in Richtung Bürgermeister, bei schlechter Verständlichkeit für die Handvoll Zuhörer.

Auch inhaltlich fehlte vielfach die Substanz. So wurden rund ein Dutzend von insgesamt 17 Tagesordnungspunkten im Ruck-zuck-Verfahren abgehakt, ohne klärende Erläuterungen für die Öffentlichkeit. Nach dem öffentlichen Teil fragte beispielsweise ein ratloser Bürger, was denn nun zum Thema Windkraft beschlossen wurde. Ihm erklärte Bürgermeister Zahn, dass die Ausweisung von Konzentrationsflächen in der Gemeinde aufgehoben sei. Damit werden solche Bereiche nicht im Flächennutzungsplan ausgewiesen, war auf Nachfrage unserer Zeitung von der Verwaltung zu erfahren. Theoretisch möglich wären nun Windräder an allen geeigneten Stellen. Doch wegen Naturschutz, Denkmälern und Siedlungen gibt es letztlich nur zwei potenzielle Flächen in der Gemeinde Wallerfangen. Die eine bei Ittersdorf wurde bereits abgelehnt (die SZ berichtete). Bliebe noch ein Bereich im Raum Ihn-Leidingen: Dort befinden sich aber unter anderem archäologische Fundstätten.

Auf den dauerhaften Erhalt des Wallerfanger Freibades zielte zu Beginn Dr. Jutta Dick vom Bad-Förderverein in der Bürgerfragestunde ab: „Große Beträge könnte man bekommen, wenn man sich darum kümmern würde“, meinte sie. Stephan Molitor, CDU, überlegte: „Wohin wollen wir mit unserem Freibad?“ Solle es verkleinert werden oder so bleiben wie bisher? Dann könne man versuchen, Mittel zu akquirieren. Ein Gutachten von 2015 hatte ergeben, dass je nach Umfang der Sanierungsmaßnahmen Kosten von zwei bis vier Millionen Euro entstehen könnten. Seit Jahren bekannt sei der „große Sanierungsstau“, meinte Stefan Schirra, SPD. Er betonte: „Kein Ratsmitglied hier will das Schwimmbad zumachen.“

„Welche Ideen hat man denn bisher entwickelt, um das Freibad zu erhalten?“, hakte Uwe Kammer, Freie Wähler, nach. Darauf herrschte erst einmal Schweigen im Rat. „Wir sind defizitär“, wiederholte Schira schließlich Altbekanntes. Und das Bad sei eine freiwillige Leistung, große Investitionen müssten vom Landesverwaltungsamt genehmigt werden. Doch weiterhin bleibt unklar, wie das rund 50 Jahre alte Freibad dauerhaft zu erhalten wäre.

Im weiteren Sitzungsverlauf erteilte der Rat Bürgermeister Zahn einstimmig die Entlastung für das Haushaltsjahr 2017. Das schließt mit einem Jahresverlust von rund 760 000 Euro ab. Der Ausgleich erfolgt über die Allgemeine Rücklage, die sinkt auf 28 588 968 Euro. Des Weiteren wurden Ingenieurleistungen für Kanalerneuerungen beschlossen, der Stellenplan 2019, dringend benötigte Atemschutzgeräte für die Feuerwehr und der Forstwirtschaftsplan 2019. Außerdem wird es Verhandlungen mit der Kommune Bertrange in Luxemburg zur Gründung einer Partnerschaft geben.

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