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Geko soll Schwund auf dem Gau bremsen

Schön, aber bisweilen abgelegen: Die kleinen Orte auf dem Saargau in der Gemeinde Wallerfangen. Unser Blick fällt hier von Düren aus auf Ittersdorf und den Europa-Sender bei Berus in der Nachbarkommune Überherrn. Foto: Rolf Ruppenthal
Schön, aber bisweilen abgelegen: Die kleinen Orte auf dem Saargau in der Gemeinde Wallerfangen. Unser Blick fällt hier von Düren aus auf Ittersdorf und den Europa-Sender bei Berus in der Nachbarkommune Überherrn. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Wallerfangen. Auch die Gemeinde Wallerfangen hat nun ein Geko, ein Gemeindeentwicklungskonzept. Es analysiert den Stand der Ortsteile und zeigt Handlungsschwerpunkte für die kommenden Jahre auf. Nicole Bastong

In seiner letzten Sitzung im Dezember hat der Wallerfanger Gemeinderat ein Gemeindeentwicklungskonzept, kurz Geko, beschlossen. Ein solches Geko mussten alle Gemeinden im Saarland erstellen, die Kosten wurden vom Land bezuschusst. Im Fall Wallerfangen bedeutet das: Insgesamt kostete das umfangreiche Konzept, das das Büro Kernplan in Illingen im Auftrag der Gemeinde erstellte, rund 29 000 Euro, von denen muss die Kommune 5000 Euro selbst zahlen.

Das Konzept soll eine Planungsgrundlage für die kommenden 15 Jahre darstellen, erklärte Bürgermeister Günter Zahn . Es soll Synergieeffekte in der Gemeinde aufzeigen und sinnvolle Investitionen ermöglichen; es gibt zum Beispiel Aufschluss darüber, wo Märkte, Ärzte et cetera angesiedelt werden müssten oder können. Das Konzept fußt zum einen auf der Analyse von Kernplan, zum zweiten auf der Befragung der Ortsräte, wo sie Handlungsschwerpunkte sehen. "Die Wünsche dienten eigentlich immer der Verbesserung des Wohnortes und des Images", fasst Zahn zusammen.

Wesentlicher Bestandteil des Gekos ist die demografische Entwicklung. Keine große Überraschung, schildert Zahn: Gerade in den kleineren und abgelegeneren Ortschaften auf dem Saargau droht eine Verödung. Von jedem Ortsteil der Gemeinde wurde ein Kurzprofil zu Einwohnerzahl und Altersstruktur erstellt, ein Luftbild zeigt dazu mit farbigen Punkten, wo Personen in welchem Alter leben. Leicht überholt sind die Zahlen des Gekos inzwischen, durch die jüngste Zuwanderung.

Gemeinde verliert Einwohner



Doch im Kern bleibt die Botschaft und die Aufgabe: Wallerfangen wird wie fast alle Gemeinden im Saarland weiter Einwohner verlieren. Aktuell hat die Gemeinde noch rund 9200 Einwohner. Besonders eindrücklich sei, betont Zahn: Der Anteil der Personen über 65 Jahre beträgt zwölf Prozent.

Daraus ergeben sich schon die Schwerpunkte des Gekos. Als ein konkretes Handlungsziel nennt Zahn das Leerstandsmanagement. Vor allem in den abgelegeneren Ortsteilen häuften sich leerstehende Wohnhäuser, die nicht zum Verkauf kommen; zum einen weil bisweilen ein hoher Sanierungsaufwand erforderlich wäre, zum zweiten weil die Lage insbesondere für Familien unattraktiv sei, erklärt Zahn. Viel Handlungsspielraum habe die Gemeinde dabei nicht, räumt er ein: Man könne allenfalls helfen zu vermitteln. Ein Zuschuss bei Kauf oder Sanierung von Leerständen, wie ihn andere Gemeinden haben, sei derzeit nicht geplant. Auch nach Neubauplätzen gebe es auf dem Gau kaum Nachfrage.

Verbesserung beim Internet

Als zweites großes Ziel sieht Zahn die Verbesserung der Internet- und Mobilfunkverbindung, ein von Bürgern oft geäußerter Wunsch. Insbesondere in Oberlimberg, Ihn und Leidingen, Teilen von Bedersdorf sowie in einzelnen Straßen von Wallerfangen und St. Barbara sieht der Bürgermeister Bedarf. Die Gemeinde verhandle mit verschiedenen Anbietern; für die sei die Anbindung wegen der hohen Erschließungskosten nicht rentabel, sagt Zahn. In "bescheidenem Umfang" könne die Gemeinde Zuschüsse zahlen.

Allgemeines Ziel des Gekos sei eine "Grundversorgung", auch auf dem Saargau: "Man soll dort noch normal leben können", fasst Zahn zusammen: Geschäfte, Handwerker, Sportvereine in erreichbarer Nähe haben. "Doch dafür muss die Bevölkerung auch mitspielen und die Angebote nutzen."