Gegen Unkraut, Eis und Schnee

Kerlingen. "Das ist mein Dienstfahrzeug", weist Andreas Jäger schmunzelnd auf einen grünen Kleintraktor. Jäger ist Ortsdiener in Kerlingen und für Sauberkeit und Ordnung der öffentlichen Anlagen zuständig. Dazu gehört die Festwiese an der Feuerwehr mit fast 3000 Quadratmetern. "Drei Stunden mähe ich da allein den Rasen

Kerlingen. "Das ist mein Dienstfahrzeug", weist Andreas Jäger schmunzelnd auf einen grünen Kleintraktor. Jäger ist Ortsdiener in Kerlingen und für Sauberkeit und Ordnung der öffentlichen Anlagen zuständig. Dazu gehört die Festwiese an der Feuerwehr mit fast 3000 Quadratmetern. "Drei Stunden mähe ich da allein den Rasen." Dazu komme der Schnitt der umlaufenden Hecke sowie den Gehweg und Rinnstein sauber zu halten, im Winter auch schnee- und eisfrei. Besonders stolz ist Jäger auf den Kerlinger Friedhof. Rund 4000 Quadratmeter weist der auf. Die mit rötlichem Split angelegten Wege zwischen den Gräbern sind frei von Unkraut, Sträucher und Hecken werden regelmäßig in Form gebracht."Bei Beerdigungen muss ich die Leichenhalle aufschließen und den Weg zur Leichenhalle frei und sauber halten", erklärt er. Nicht ganz einfach sei das im Winter bei Schnee und Eis. "Da bin ich tagelang beschäftigt." Die große Stellfläche vor dem Friedhof sowie den breiten Weg innerhalb kehre er jeden Samstag. In gewisser Weise sei er der Friedhofswärter. Aber auch um die drei Brunnen des Ortes kümmere er sich, um schmale Verbindungswege zwischen den Häusern, um Treppen und drei Bushaltestellen. "Im Sommer mähe ich alle 14 Tage links und rechts von der Straße", stellt er am Ortsausgang nahe dem Kerlinger Sportplatz dar. Gleiches gelte für die Ortseingänge. Wegen der Gräben dort gehe das nur mit dem kleinen Rasenmäher.

"Ich muss ja jederzeit raus. Aber natürlich ist es eine andere Sache im Sommer auf dem Traktor zu sitzen, als im Winter Schnee zu schippen." Auf einem naheliegenden Spielplatz spielen Kinder. "Den halte ich nicht nur sauber, ich passe auch auf die Kinder auf, dass nichts passiert." Jäger macht diese Arbeit seit beinahe 35 Jahren. Derzeit unter dem vierten Wallerfanger Bürgermeister. Anfangs war das nach Feierabend, wenn Jäger von der Dillinger Hütte kam. Inzwischen ist er in Rente und sozusagen Vollzeit-Ortsdiener.

Zu dieser Tätigkeit kam er eher durch Zufall. Auf der Ihner Deponie war er nebenbei Fahrer, als diese geschlossen wurde, ging es als Ortsdiener weiter. Der eigentlich aus Hemmersdorf stammende Andreas Jäger ist inzwischen 76 Jahre alt. "Ich mache das noch, so lange ich kann. Das ist mein Hobby, um mich fit zu halten. Außerdem bin ich an der frischen Luft und habe auch noch das Gespräch mit den Leuten." Ortsdiener gibt es in der Gemeinde Wallerfangen in jedem Dorf auf dem Gau. Für Ihn und Leidingen ist ein einzelner zuständig, Oberlimberg und Wallerfangen sind ohne Ortsdiener. "Wallerfangen ist die einzige Gemeinde im Saarland, die das noch hat", sagt Hauptamtsleiter Volker Bauer auf Anfrage. "Das ist effizienter. Denn diese Leute sind vor Ort, und es muss nicht jedes Mal der Bauhof rausfahren." Bezahlt werden sie auf 400-Euro-Basis. Die Ortsdiener in Wallerfangen sind eine Folge der Gebietsreform von 1974. Damals wurde aus den Gemeindedienern der vormals eigenständigen Orte Ortsdiener gemacht.

Als "mein Dienstfahrzeug" bezeichnet der Kerlinger Ortsdiener Andreas Jäger den für seine Arbeit erforderlichen Kleintraktor. Foto: Johannes A. Bodwing.

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