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Gefahr besteht auch bei Tageslicht

Nach Vereinbarung schauen sich Polizisten kostenlos die Situation vor Ort an, so wie hier bei der Aktion „keinbruch“ in Saarbrücken Matthias Kuhn bei Stephanie Splettstößer. Foto: Iris Maurer
Nach Vereinbarung schauen sich Polizisten kostenlos die Situation vor Ort an, so wie hier bei der Aktion „keinbruch“ in Saarbrücken Matthias Kuhn bei Stephanie Splettstößer. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Saarlouis. Gelegenheit macht Einbruch: Die wichtigste Maßnahme gegen ungewünschten Besuch von bösen Buben sind sichere Türen und Fenster. Das müsste eigentlich bekannt sein, doch die Polizei sieht Informationsbedarf. Von SZ-Redakteur Mathias Winters

"Tageswohnungseinbrüche" - so heißen diese allzu gewöhnlichen Straftaten. Allein in Saarlouis gab es davon am Montag vier, berichtet Siegfried Kunzler, Kontaktpolizist in Saarlouis. Einbrecher freuen sich zwar, wenn sie ein nicht einsehbares, einsam in der Dunkelheit gelegenes und verwaistes Objekt ausräumen können. Doch das wichtigste ist für sie, dass kein Mensch zu Hause ist. "Das warten die ab und schlagen dann zu", erzählt Kunzler. 9 bis 11 Uhr und 17 bis 21.30 Uhr sind die Kernarbeitszeiten der bösen Buben.

Eigentlich müssten sich die wichtigsten Maßnahmen gegen unerwünschten Besuch eingeprägt haben, aber Kunzler und Kollegen sehen trotzdem Informationsbedarf. Der wird unter anderem am Samstag von 10 bis etwa 13 Uhr auf dem Großen Markt in Saarlouis befriedigt. Beim Postgebäude werden Kunzler, der Senioren-Sicherheitsberater der Stadt Saarlouis, Günter Engelbrecht, und ein Experte von der Fachdienststelle Prävention der Polizei aus Saarbrücken an einem Infostand sein. Sie haben Broschüren dabei, geben Tipps und beantworten Fragen. "Die Leute können sich das in Ruhe zu Hause durchlesen. Und wer vor Ort klären will, wie er sein Haus sicherer machen kann, kann einen kostenlosen Termin mit seiner Polizei vereinbaren", sagt Kunzler. Vieles ließe sich übrigens nachrüsten, was Einbrüche verhindert - "und das für relativ kleines Geld".

Maximal vier Minuten nehmen sich Einbrecher Zeit, um ins Haus zu gelangen, sonst steigt das Risiko aufzufallen. Zweimal abgeschlossene Haustür, verschlossene Fenster - Kunzler: "Gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster" - und Beleuchtung vor und hinter dem Haus sollten auch bei kurzer Abwesenheit Standard sein. Überquellende Briefkästen und überlanger Rasen im Urlaub sollten als deutliche Abwesenheits-Signale in Urlaubszeiten vermieden werden. Nachbarn informieren und der Polizei verdächtige Fahrzeuge melden, sind weitere Tipps, die Kunzler in Erinnerung ruft.

Und er hat noch einen Spezialhinweis für Menschen, die denken, einen Tresor haben zu müssen: "Nehmen Sie unbedingt einen mit Zahlenschloss, nicht einen mit Schlüssel. Auf der Suche nach solchen Schlüsseln haben Einbrecher schon Häuser verwüstet, dass der Schaden höher war als die sonstige Beute."