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Serie Frauen in der Kommunalpolitik
„Ich fand es nie gut, die Politik allein Männern zu überlassen.“

Gabriele Harpers
Gabriele Harpers FOTO: J. Rath/CDU / Josef Rath/CDU
Rammelfangen. SZ-Serie zu 100 Jahre Frauenwahlrecht: Wir stellen Frauen in der Kommunalpolitik vor. Teil 1: Gabriele Harpers aus Rammelfangen. Von Nicole Bastong

„Durch meinen Vater, der 25 Jahre lang Ortsvorsteher und langjähriges Gemeinderatsmitglied war, bin ich mit der Kommunalpolitik aufgewachsen. Ich war immer freiwillig und gerne bei vielen Wahlkampfveranstaltungen dabei“, erzählt Gabriele Harpers. Die 55-jährige kaufmännische Angestellte wohnt in Rammelfangen.


Seit 1996 ist Harpers Mitglied des Ortsrates Rammelfangen. 2004 wurde sie auch Ortsvorsteherin, eine der wenigen im Kreis Saarlouis. Seit 2009 sitzt sie zudem im Gemeinderat Wallerfangen. Warum sie sich in der Politik engagiert? „Ich wollte aktiv am Ortsgeschehen teilnehmen, dabei sein, wenn Dinge entschieden werden, sie gar mitentscheiden und -gestalten, auch als Frau“, erklärt Harpers. „Ich fand es nie gut, die Politik und die wichtigen Entscheidungen, wie es in meiner Kindheit und der Zeit davor üblich war, allein den Männern zu überlassen.“

Für ihre politische Tätigkeit wendet sie einiges an Freizeit auf. „Montags in den Fraktionssitzungen werden die Themen beraten, das wird schon mal spät“, berichtet sie. „Vor den Sitzungen lese ich mich ein, je nach Thema muss noch recherchiert werden.“ Harpers sitzt in vier Ausschüssen, das bedeutet weitere Sitzungen zusätzlich. „Durch den Gemeinderat hat man circa 30 Sitzungstermine im Halbjahr. Hinzu kommen Feste, Veranstaltungen, Einladungen. Der Kontakt zu Bürgern und Einrichtungen ist wichtig und nimmt auch Zeit in Anspruch.“



Neben Beruf, Haushalt und Familie bleibt da wenig Zeit für weitere Hobbys, räumt Harpers ein. „Ich kann das in meinem Fall gut mit Beruf und Privatleben vereinbaren, es ist aber schon ein Spagat und die Familie muss hinter einem stehen. Unser Sohn war 15, als ich Ortsvorsteherin wurde; bei jüngeren Kindern ist es vielleicht problematischer.“

Ihre politischen Schwerpunkte sieht sie beim Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, mit Schulen und Kitas, Naherholung und vernünftigem ÖPNV. „Zur Wahl gehen ist Bürgerpflicht und ein Recht, für das auch die Frauen gekämpft haben. Jeder hat die Freiheit, aber auch die Verantwortung, sich wenigstens in dieser Form um seine Gemeinde und sein Land zu kümmern. Da versuche ich Vorbild zu sein.“