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Für viele ist die Prämie Schrott

Für viele ist die Prämie Schrott

Saarlouis. Wer sein Auto, das älter als neun Jahre ist, verschrotten lässt und sich einen Neu- oder Jahreswagen zulegt, soll nach den Plänen der Bundesregierung künftig 2500 Euro aus der Staatskasse erhalten. Abwrackprämie nennt sich die Maßnahme, die Teil des zweiten Konjunkturpakets der Großen Koalition ist (wir berichteten)

Saarlouis. Wer sein Auto, das älter als neun Jahre ist, verschrotten lässt und sich einen Neu- oder Jahreswagen zulegt, soll nach den Plänen der Bundesregierung künftig 2500 Euro aus der Staatskasse erhalten. Abwrackprämie nennt sich die Maßnahme, die Teil des zweiten Konjunkturpakets der Großen Koalition ist (wir berichteten). Motiviert der staatliche Zuschuss zum Neuwagenkauf? Diese Frage stellten wir auf dem Großen Markt in Saarlouis.Von Berufs wegen hält Jens Hahn, unterwegs mit Myriam Schmitt, die Maßnahme der Regierung für einen guten Ansatz. Denn sie soll der krisengeschüttelten Automobilbranche helfen, Hahn ist dort beschäftigt. Wenn mehr Leute wegen der Prämie neue Autos kaufen und der Branche ihren Absatz sichern, wäre das prima - sagt der Saarlouiser. "Ich glaube aber, dass nur die Leute von der Prämie Gebrauch machen, die sich sowieso gerade ein neues Auto kaufen wollten." Die meisten würden ihre alten Autos sicher weiter fahren, so lange sie funktionieren, vermutet Hahn. Genau so macht es zum Beispiel Elke Fritsch aus Picard. Ihren Suzuki, Baujahr 1995, zieht sie jedem Neuwagen vor. "Ich liebe mein Auto und fahre es so lange, bis es auseinander fällt", erklärt sie. Gerade habe sie den Wagen wieder in Schuss gebracht, einen Neuen brauche sie auch gar nicht: "Aber wenn, dann würden 2500 Euro nicht reichen." Da bräuchte sie schon 10 000 Euro vom Staat.Das sieht Silvia Zahn aus Wallerfangen auch so: "Die Leute fahren ja nicht ohne Grund ein altes Auto, sondern weil ein neues viel Geld kostet. Da reichen 2500 Euro vom Staat nicht." Sie glaube auch nicht, dass die Autobranche mit der Maßnahme gerettet werden könne. Für sie und ihre Tochter Elena komme eine Verschrottung nicht in Frage: "Der Corsa ist unser Zweitwagen, den meine Tochter jetzt als Anfänger-Auto bekommt." Ob 2500 staatliche Euro reichen, um einen Kaufanreiz beim Bürger zu schaffen, bezweifeln auch Uschi Diesinger und Udo Hardt aus Völklingen. "Eher nicht", glaubt die Fahrerin des Golf IV, dessen Verschrottung auch ihr die Abwrackprämie sichern könnte. Abgesehen davon, dass sie keinen Neuwagen brauche, spekuliert sie, dass "eine Steuerersparnis eher was bewirken würde als eine Prämie."Für zu niedrig hält Karl Hans aus Steinrausch den staatlichen Verschrottungszuschuss nicht. Trotzdem locke er ihn, den Besitzer eines 15 Jahre alten Golf III, nicht zum Neuwagenkauf: "Ich bin 76 Jahre alt, ich brauche keinen Neuwagen mehr." Beantragen kann man die Prämie schon jetzt. Infos bietet die Hotline des Bundesamtes für Wirtschaft, BAFA, an: 06196/908470.</bu_text>