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Freibad Wallerfangen bleibt 2020 erst mal zu

Hohe Kosten : Die Freibadsaison ist in Wallerfangen nicht in Sicht

Eine Situation, die nicht nur Wallerfangen betrifft: Wie sollen die Gemeinden Verträge für die Freibadsaison abschließen, wenn diese nicht in Sicht ist?

„Nicht-Öffnung des Freibades Wallerfangen in der Saison 2020 wegen der Corona-Pandemie“ heißt ein Punkt auf der Tagesordnung, den der Gemeinderat Wallerfangen in seiner Sitzung am Dienstag zu behandeln hatte.

Da bis auf unbestimmte Zeit alle Bäder durch die Allgemeinverfügung der Landesregierung geschlossen sind, stellt sich nicht nur in Wallerfangen die Frage, was das für die Freibadsaison bedeutet, die üblicherweise spätestens Anfang Mai beginnt. Wie soll die Verwaltung mit der Ungewissheit umgehen? Was bedeutet es für die Angestellten? Und kann das Bad in diesem Sommer überhaupt öffnen?

„Wir bereiten uns darauf vor, dass wir vielleicht noch für eine Restzeit im Sommer öffnen können“, zeigt sich Bürgermeister Horst Trenz optimistisch. Dass Mai und Juni für eine Öffnung nicht in Frage kommen, sei abzusehen. „Die Corona-Krise wird uns nicht vor Sommer ein halbwegs normales Leben ermöglichen“, ist sich Trenz sicher. Dennoch hofft die Gemeindeverwaltung auf den Spätsommer. „Wenn wir das mit den Verträgen hinbekommen“, ergänzt Trenz allerdings.

Für das Wallerfanger Bad ist es eine Crux: In den vergangenen Jahren musste das Bad seine Öffnungszeiten regelmäßig einschränken, weil geeignetes Personal fehlte (die SZ berichtete). Die Gemeinde suchte händeringend nach Schwimmmeistern, ohne großen Erfolg. Obwohl auch noch der letzte Schwimmmeister das Bad 2019 verließ, schaffte es die Gemeinde, für diese Saison ein neues Team zusammenzustellen: „Der neue Betriebsleiter hat sich eingearbeitet und arbeitet mit seinem Team täglich im Freibad“, berichtet Trenz. Doch nun stellt sich die Frage, ob und wann das Bad überhaupt öffnen kann.

„Normalerweise sind um diese Jahreszeit die Vorbereitungen in vollem Gang“, schildert Trenz, „insbesondere werden die Verträge für die Beckenaufsicht, das Reinigungs- und das Kassenpersonal geschlossen.“ Aber angesichts der Situation sei es „unverantwortlich, bereits heute Verträge abzuschließen, an die wir gebunden wären und diese vor allem bezahlen müssten“, befindet Trenz. Bei der „kostenintensiven Saisonvorbereitung“ geht es nach seinen Angaben um eine Summe von rund 80 000 Euro. „Das ist den Bürgern nicht zu vermitteln und wird auch bei vielen für Unmut sorgen“, meint er.

Sollte sich die Lage entspannen, werde die Verwaltung die Öffnung des Bades unverzüglich in die Wege leiten. Die Zeit werde nun genutzt, um die Technik zu pflegen und zu erneuern, unter anderem die komplette Stromversorgung. Trenz betont: „Es ist mir wichtig, dass dort kein Stillstand herrscht.“