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Firma hat 180 Hubschrauber-Landungen pro Jahr beantragt

Firma hat 180 Hubschrauber-Landungen pro Jahr beantragt

Der geplante Hubschrauber-Sonderlandeplatz in Hülzweiler spaltet die Gemüter: Der Antragsteller Uwe Jung fühlt sich persönlich angegriffen, die Anwohner wollen heute ihre Bedenken in der Bürgerfragestunde vorbringen.

Hülzweiler. In Hülzweiler laufen die Bürger Sturm gegen den Hubschrauber-Sonderlandeplatz, den die Firma Mebasa auf ihrem Gelände im Gewerbegebiet Hilt beantragt hat. "Das ist ein rein parteipolitisches Spiel", sagt dazu Uwe Jung, Inhaber der Firma Mebasa. "Es gibt keine Sachgrundlage, sondern es geht nur gegen mich persönlich." Die örtliche CDU mobilisiere die Anwohner gegen ihn, der für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt, vermutet er.Das einzige Gegenargument der Gemeinde, dass der Hubschrauberlandeplatz ein mögliches Gewerbegebiet Hilt 3 beeinträchtigen könnte, zählt für Jung nicht. Derzeit gehören der Firma Mebasa im Gewerbegebiet Hilt 2 Grundstücke von etwa 20 000 Quadratmetern Fläche, gibt Jung an. Mit der Gemeinde sei vertraglich geregelt, dass "wenn Hilt 3 überhaupt käme", Jung die Option habe, dort weitere 10 000 Quadratmeter zu kaufen. So sei der Abstand zu etwaigen anderen Anliegern eingehalten.

Die beantragten 180 Landungen im Jahr sieht Jung ebenfalls nicht als Problem. Er hat derzeit schon eine Landegenehmigung für seinen Hubschrauber, allerdings nur für fünf Landungen im Monat. "Die Lärmrichtlinien werden bei weitem nicht überschritten", betont Jung. "Wenn durch die Bergstraße ein Lkw oder Traktor fährt, macht das mehr Lärm." Zudem habe das Ministerium auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet.

Die Anwohner sehen das anders: Markus Spies wohnt seit 2003 in der Bergstraße. "Wir haben unser altes Haus verkauft wegen Lärmbelästigungen und sind hierher gezogen, weil es schön ruhig war", sagt er, "ich möchte von unnötigem Lärm verschont bleiben."

Auch sein Nachbar Franz-Josef Koch befürchtet, dass viel Lärm auf die Bergstraße und das umliegende Wohngebiet zukommt. "180 Landungen im Jahr sind beantragt - aber wer will das denn kontrollieren, ob das nicht mehr sind?", fragt er. Sorgen machen ihm vor allem die Nachtflüge; die Genehmigung gilt für Flüge zwischen 4.30 und 22.30 Uhr. Den Hubschrauber höre man schon jetzt gut, sagt Koch, "je nachdem, wie der Wind steht."

"Unsere Bedenken gehen weit über eine potenzielle Lärmbelästigung hinaus", meint Anwohner Markus Greiner. "Es geht uns auch um die wichtigen Fragen der Sicherheit auf den angrenzenden Spazierwegen während der Starts und Landungen, um die Frage, ob auch Treibstoff zur Betankung gelagert werden soll und wenn ja, in welchem Umfang, um die Frage der Sicherheit der überflogenen Wohngebiete et cetera."

Die Anwohner wollen in der Bürgerfragestunde vor der Gemeinderatssitzung in Schwalbach am heutigen Mittwoch, 27. Juni, ihre Bedenken vorbringen. Mit dem Hülzweiler Ortsvorsteher Hirschmann (SPD) haben sie ihre Sorgen bereits gestern Abend diskutiert. Zudem haben sie den Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien eine vorläufige Unterschriftenliste mit 22 Haushalten überreicht.

 Auf dem Gelände der Firma Mebasa (im Hintergrund) soll der firmeneigene Hubschrauber bis zu 180 Mal im Jahr landen. Foto: Seeber
Auf dem Gelände der Firma Mebasa (im Hintergrund) soll der firmeneigene Hubschrauber bis zu 180 Mal im Jahr landen. Foto: Seeber

Eine Bürgerversammlung hat die CDU Hülzweiler einberufen, am Donnerstag, 5. Juli, um 19 Uhr im Haus für Kultur und Sport in Hülzweiler.