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Fachtagung widmet sich dem Thema Demenz

Fachtagung widmet sich dem Thema Demenz

Referentin Nicole Richard, Gerontologin am Institut für Integrative Validation in Kassel, sprach bei einer Fachtagung in Roden, die vom Demenz-Zentrum Saarlouis in Zusammenarbeit mit der Seniorenmoderatorin ausgerichtet wurde.

Roden. Etwa 60 Prozent der Bewohner in stationären Altenpflegeeinrichtungen sind an Demenz erkrankt. Die "andere Wirklichkeit" von Betroffenen und ihre Reaktionen darauf nachzuvollziehen, stellt für professionelle Mitarbeiter und pflegende Angehörige eine große Herausforderung dar. "Wut aus Angst, Angst vor Wut", lautete das Thema einer Fachtagung, angeboten vom Demenz-Zentrum Saarlouis, gemeinsam mit der Seniorenmoderatorin der Kreisstadt.Referentin Nicole Richard, Gerontologin am Institut für Integrative Validation in Kassel, stellte ihre Methodik für eine wertschätzende Kommunikations- und Umgangsform vor. Angesprochen waren Pflege- und Betreuungskräfte aus stationären und ambulanten Einrichtungen.

Gefangen in den Gefühlen

350 Gäste aus Deutschland und Luxemburg kamen in die Kulturhalle nach Roden zur Fachtagung. Um sich auf das Verhalten von Demenzkranken einzustellen, braucht es ein herausforderndes Handeln der Pflegekräfte. Im Arbeitsskript der Fachtagung heißt es: Menschen mit Demenz sind gefangen in ihren Gefühlen und Erinnerungen. Der Ausbruch von Befindlichkeiten könne nicht kontrolliert werden, Betroffene reagierten oft mit Wut. "Aggression ist immer auch Selbstbehauptung, das Bedürfnis nach Ausdruck, Kontakt, Auseinandersetzung und Kommunikation, nach tatkräftigem Handeln und Eingreifen in die Welt", erklärte Richard. Die Gerontologin hat eine Integrative Validation (IVA) entwickelt, die den wertschätzenden Umgang mit Demenzkranken in ihren Verhalten in den Mittelpunkt stellt. "Validation" ist ein Begriff für eine Methode der verbalen und nonverbalen Kommunikation im Umgang mit Demenzkranken, entwickelt von der Amerikanerin Naomi Feil.

Menschen fühlen sich verstanden

Referentin Nicole Richard stellte bei der Fachtagung in Roden ihre Methode der Integrativen Validation vor. Foto: Heike Theobald

Darauf baute Richard ihr Konzept auf. "Wertschätzung, Vertrauen, Respekt und Akzeptanz", nannte sie als Schlagwörter. "Wenn wir die Antriebe und Gefühle des Menschen mit Demenz ernst- und wahrnehmen und in kleinen Sätzen wertschätzend wiedergeben, fühlen sie sich erfasst und verstanden. Wir sind das Echo, der Spiegel, geben den oftmals isolierten Äußerungsformen dieser Menschen eine Sprache", erklärte Richard.