Experte spricht über Krautwisch

Der Förderverein Bewahren und Erneuern Gisingen bietet am Donnerstag, 6. August, um 19 Uhr im Haus Saargau in Gisingen einen Vortrag "Der Würz wisch oder Krautwisch - ein alter Frauenbrauch" an. Referent ist Gunter Altenkirch vom Museum für dörfliche Alltagskultur und Museum des Saarländischen Aberglaubens Rubenheim, der auch dem Wissenschaftlichen Beirat Volkskunde im Institut für Landeskunde im Saarland angehört.In der Sommerzeit galt das Sammeln und Binden der Wischpflanzen als das größte Ereignis in der weiblichen katholischen Welt.

Mit diesem Wisch vernetzten die Frauen einer Pfarrgemeinde fast alle religiösen Bräuche des Jahres. Sie versorgten allerdings auch ihre Heilmittel mit Prisen aus diesem Wisch. Der Brauch des Würzwischs verschwand seit etwa 1900 allmählich und seit dem Ersten Weltkrieg fast völlig. Übrig blieb nur ein Strauß beliebiger Pflanzen.

Bei einer Befragung von 84 Pfarrämtern des Saarlandes in den 1980er Jahren bestätigte sich die Befürchtung der Volkskunde : Das Wissen um den Wisch ist fast gänzlich verloren gegangen.

Jahrzehntelange Arbeit ließ das Grundgerüst dieses Brauches wieder entstehen, sodass heute wieder ein ausreichendes Wissen bekannt ist. "Dieses Wissen sollte den Menschen wieder näher gebracht werden, vor allem die Nützlichkeiten, die hinter den vielen Kräutern standen und teilweise noch stehen", ist die Meinung des Referenten und des Veranstalters. Wer den Brauch noch kennt, kann gerne Kräuter mitbringen und erhält fachkundige Anleitung zum Binden des Würzwisches.

Der Eintritt kostet sechs Euro.