EU wertet Wallerfanger Museum auf

Das Historische Museum bekommt über 40 000 Euro Zuschuss aus dem Leader-Programm. Es stärkt den ländlichen Raum.

Der Schmuck der Keltenfürstin ist selbst als Kopie nicht billig. Gleiches gilt für Bronzestücke aus einem Hortfund bei Wallerfangen. Darauf verwies Peter Winter, Vorsitzender des Vereins für Heimatforschung Wallerfangen. Und dafür hatte Umweltminister Reinhold Jost einen Scheck dabei. Die 42 531,20 Euro sind Fördermittel für die Leader-Region Warndt-Saargau zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Leader ist ein Programm der Europäischen Union, das innovative Ideen im ländlichen Raum fördert. Die Projekte sollen helfen, das Profil und die Attraktivität der Region zu stärken.

Das Wallerfanger Historische Museum wurde 1983 gegründet und ist im September 2015 wieder eröffnet worden - neu gestaltet sowie mit zeitgemäßem Museumskonzept. Es gehe unter anderem darum, die Ausstellungen nun zu vervollständigen, sagte Winter in dem mit Sandsteinen gemauerten Kellergeschoss. Dort sind die keltische Geschichte und der römische Bergbau untergebracht. In einer Vitrine liegt das Plakat einer Ausstellung über die sogenannte Keltenfürstin. Die lebte etwa 500 vor Christus, ihr Grab wurde 1854 im Park von Papen gefunden. "Der Schmuck liegt in Bonn im Rheinischen Landesmuseum", erzählte Winter. Man sei dabei, Repliken machen zu lassen.

Um drei Goldringe gehe es, um einen aus Bronze und Perlen aus Bernstein sowie Glas. Dann komme das Ausstellungsplakat aus der Vitrine, das nur eine ganz grobe Vorstellung des Fundes vermittelt. Die Schmuckstücke zu kopieren, kostet zirka 10 000 Euro.

Ein paar Schritte weiter geht es um den Wallerfanger Hortfund, wohl einen der bedeutendsten in Deutschland. 1850 tauchten auf einem Acker bronzene Ringe, Trensen, Platten und ein Schwert auf. Die befinden sich heute im Museum Saint-Germain in der Nähe von Paris. Von einigen dieser Stücke wollen die Wallerfanger Heimatforscher ebenfalls Repliken anfertigen lassen. "Das wird dann auch wieder um die 10 000 Euro kosten."

Aber es gehe nicht nur um Ausstellungstücke, sagte Winter. "Wir machen auch eine Qualifizierung für fünf Mitarbeiter." Denn es reiche nicht, auf einzelne Objekte oder Ereignisse hinweisen zu können. Zusammenhänge seien wichtig und Hintergründe. Aber auch der passende Umgang mit wechselnden Besuchergruppen. "Hin und wieder ist ja auch ein Geschichtslehrer dabei", merkte Winter schmunzelnd an.

Beantragt hatte der Verein 61 914 Euro. "Die bewilligte Summe deckt 80 Prozent der Kosten unseres Vorhabens ab", sagte Winter. Davon sind drei Viertel EU-Mittel und ein Viertel Landesmittel. Der Verein muss selbst noch 12 000 Euro beisteuern.