Erinnerung an die Schwestern

Saarlouis. Vor genau 200 Jahren, 1810, kamen die ersten vier Schwestern des Ordens der Borromäerinnen vom Stammsitz Nancy aus nach Saarlouis. Sie zogen in die heutige Bierstraße (Altstadt). Dort widmeten sie sich der Krankenpflege, hatten eine Apotheke und leiteten eine Armen- sowie eine Mädchenschule

Saarlouis. Vor genau 200 Jahren, 1810, kamen die ersten vier Schwestern des Ordens der Borromäerinnen vom Stammsitz Nancy aus nach Saarlouis. Sie zogen in die heutige Bierstraße (Altstadt). Dort widmeten sie sich der Krankenpflege, hatten eine Apotheke und leiteten eine Armen- sowie eine Mädchenschule. An die Gründung vor 200 Jahren und die Geschichte bis 1939 erinnert seit gestern eine Ausstellung im Rathaus. Die Borromäerinnen zogen 1841 aus der Bierstraße in die Augustinerstraße. Das Hospital wurde ausgebaut. Seit 1859 bestand hier eine Höhere Töchterschule, seit 1860 auch eine Waisenschule. Stifterin Delphine Motte schenkte dem Orden 1890 ein anderes Gebäude in der Augustinerstraße. Schon im Jahr 1883 hatten sie eine "Kleinkinderbewahrschule" gegründet, für bis zu 70 Kinder. Eine zweite folgte 1884. Die Kinderbewahrschule zog 1908 in einen neuen Gebäudetrakt an der Augustinerstraße um ("Neues Marienhaus"). Das Krankenhaus der Borromäerinnen wechselte 1926/28 in die frühere Kaibelkaserne, heute DRK-Krankenhaus. Dorthin gingen auch weitere Einrichtungen der Borromäerinnen aus der Augustinerstraße mit. 1939 verließ der Orden Saarlouis. "Die Borromäerinnen mussten Saarlouis für immer verlassen", heißt es lapidar in der Ausstellung. Entstanden war der Orden, nachdem 1652 Emmanuel Chevenel, ein junger Jurist in Nancy, sein Erbe gestiftet hatte, damit Frauen sich um Kranke kümmern konnten. Saarlouis (1810) gehörte wie das spätere Mutterhaus der deutschen Provinz in Trier zu den ersten deutschen Gründungen. Trier ist bis heute Sitz der deutschen "Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus". Seit 1848 sind die Borromäerinnen im St. Nikolaus-Hospital in Wallerfangen. Deren Konventoberin Schwester Claudia Meyer eröffnete mit Oberbürgermeister Roland Henz die Ausstellung.Das Dutzend Tafeln mit historischer Information haben der frauenhistorische Arbeitskreis zusammen mit Claudia Wiotte-Franz, Michael Leinenbach mit Unterstützung des Leiters des Städtischen Museums, Benedikt Löw, erarbeitet.

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