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Kolumne
Entspannung ist der pure Stress

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ganz offensichtlich mache ich auf meine Mitmenschen einen ziemlich gestressten Eindruck. Würde ich sonst auffällig oft mit Geschenken verwöhnt, die meiner Entspannung dienlich sein sollen? Von Nicole Bastong

Ganz offensichtlich mache ich auf meine Mitmenschen einen ziemlich gestressten Eindruck. Würde ich sonst auffällig oft mit Geschenken verwöhnt, die meiner Entspannung dienlich sein sollen?


Badezusätze mit solch verheißungsvollen Namen wie „Glückliche Auszeit“ oder „Sanfte Erholung“, Saunagutscheine, Teemischungen „be happy“ und „Neue Balance“ oder viel Schokolade als „Nervennahrung“. Ich freue mich natürlich darüber, auch wenn sich bei einer solch verdächtigen Häufung sogleich mein schlechtes Gewissen meldet - bin ich wirklich so gestresst, mies gelaunt und reizbar?

Ich nehme es mir seufzend zu Herzen und setze den Punkt „Entspannung“ auf meine To-Do-Liste. Dabei soll mir der „Auszeit – Ausmalkalender zum Entspannen“ helfen. Und hey, nachdem ich in einer freien Minute das erste Kalenderblatt für Januar ausgemalt habe, fühle ich mich schon gleich viel lockerer. Kurz. Bis ich entdecke, dass der Januar vier Kalenderblätter hat – für jede Woche eins. Also male ich schon eher lustlos noch schnell das zweite aus, das brauche ich ja schon bald. Nicht schön, aber erledigt.



Sorgenvoll blättere ich weiter: Wann soll ich das nur alles schaffen? Jetzt muss ich jede Woche Malzeit fest einplanen, ich kann ja schließlich keinen blanken Entspannungskalender an die Wand hängen, da sieht ja jeder gleich, dass ich meine Work-Life-Balance überhaupt nicht im Griff habe . . . Mann, was für ein Stress!