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Eltern zahlen nicht mehr Geld für Kinderbetreuung

Eltern zahlen nicht mehr Geld für Kinderbetreuung

Gemeinderat Wallerfangen verschiebt die Erhöhung der Beiträge auf unbestimmte Zeit. Kita in Gisingen wird saniert.

Ein Geheimnis ist es nicht: Die Mitglieder des Gemeinderates Wallerfangen sind Profis. Im Streiten. Vor allem was die Zukunft der Kinderbetreuung betrifft, herrschte in den vergangenen Wochen meist Uneinigkeit. Vor diesem Hintergrund ist es umso verwunderlicher, dass die Sitzung am Donnerstagabend relativ ruhig verlief.

Das dürfte hauptsächlich daran gelegen haben, dass die Ratsmitglieder den Punkt mit dem größten Konfliktpotenzial auf unbestimmte Zeit vertagten: Die Erhöhung der Betreuungsbeiträge in den Kindertagesstätten. Die SPD-Fraktion möchte sich einer Anhebung der Gebühren zwar nicht generell verschließen. "Zur jetzigen Zeit ist das den Eltern jedoch nicht zumutbar", sagte SPD-Sprecher Horst Trenz. Zunächst einmal müsste die Kita/Krippen-Problematik in Wallerfangen geklärt werden. Die CDU-Fraktion betonte hingegen, dass sie eine Erhöhung auch in Zukunft ablehnen werde. Es gebe andere Möglichkeiten, Geld zu sparen. "Wir werden den Haushalt genau prüfen", kündigte ihr Vorsitzender Josef Rath an. Dort fänden sich schon Ausgaben, die wegfallen könnten.

Garantiert nicht wegfallen wird der Kindergartenbus auf dem Gau. Das Gerücht sorgte in Teilen der Gemeinde für Aufregung. Bürgermeister Günter Zahn konnte die anwesenden Eltern aber beruhigen. "Es gibt Baumaßnahmen, daher kann der große Bus nicht mehr fahren", stellte er klar und versicherte: "Ab Montag kommt daher ein kleinerer Bus zum Einsatz, der ausreichend Platz bietet und die Kinder zur gleichen Zeit an gleicher Stelle abholen wird." Schnell erledigt war auch die Abstimmung über die Ausbesserung der Kita in Gisingen. Einstimmig beschloss der Rat, das Gebäude zu sanieren, ohne es zu erweitern. Im Haushalt seien dafür bereits 60 000 Euro eingestellt, hieß es in der Sitzung.

Schluss mit Harmonie war bei Punkt sieben der Tagesordnung. Hier bewiesen die Fraktionen, dass sie das Streiten nicht verlernt haben. Zwar einigten sie sich darauf, weitere Projekte bei der Städtebauförderung anzumelden. Zu Diskussionen führte allerdings der Vorschlag der SPD, ein leerstehendes Gebäude im Schlachthausweg zu ersteigern und für das Programm vorzuschlagen. "Das Gebäude prägt den Ortskern. Daher sollten wir das Anwesen schützen", sagte Trenz.

"Wir können uns das nicht leisten. Man muss auch mal verzichten können", entgegnete CDU-Sprecher Rath. Die Kosten für die Ersteigerung werden wohl zwischen 16 000 und 32 000 Euro liegen. "Auch wenn der Kauf finanziell bezuschusst wird, müsste die Gemeinde noch viel Geld investieren, um das Haus zu restaurieren und wieder auf Vordermann zu bringen", erklärte Rath. Ohne sich zu einigen, erfolgte schließlich die Abstimmung. Das Ergebnis: 16 Stimmen dafür und neun Enthaltungen.