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| 20:54 Uhr

Fünf Einbrüche in einer Woche
Einbruchserie in Ihn hält Anwohner in Atem

Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses in Rottweil auf: Was auf diesem Bild die gestellte Szene der Polizei in Baden-Württemberg ist, ist in Ihn zurzeit oft Realität.
Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses in Rottweil auf: Was auf diesem Bild die gestellte Szene der Polizei in Baden-Württemberg ist, ist in Ihn zurzeit oft Realität. FOTO: Silas Stein / dpa
Ihn. Eine Einbruchserie sorgt im Wallerfanger Ortsteil Ihn für Angst und Fassungslosigkeit. Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt spricht von einem strukturellen Problem und kritisiert Innenminister Bouillon.

Eine Serie von Einbrüchen in Ihn beschäftigt derzeit die Polizei. Das Dezernat für Eigentumskriminalität des Landespolizeipräsidiums hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten werten seit Tagen Spuren aus und suchen Zeugen.

Von fünf Einbrüchen innerhalb einer Woche, allesamt in der Straße Am Hohberg, berichtet Anwohner Klaus Grasmück der Saarbrücker Zeitung. Bei einer Nachbarin seien die Täter in der Nacht von Montag auf Dienstag sogar ein zweites Mal eingestiegen. Nach dem Einbruch sei auch das nachts in der Garage abgestellte Auto weg gewesen. Nach Angaben der Polizei ist der Pkw am Mittwoch an der deutsch-französischen Grenze bei Überherrn ausgebrannt aufgefunden worden.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt – die Einbrecher waren wirklich sehr dreist“, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt. Er geht von mehreren Tätern aus. „Es gibt Indizien, dass es eine Gruppe war. Es wurde zum Beispiel ein Tresor aus der Wand gerissen – das kann keiner alleine.“ Des Weiteren gebe es unter Bürgern die Vermutung, dass die Täter nach Frankreich geflohen seien.

Die Polizei will in nächster Zeit in Ihn verstärkt Präsenz zeigen. Darüber hinaus führte sie am Montag im Grenzbereich bei Überherrn eine Großkontrolle mit dem Schwerpunkt Einbruch durch. Am Einsatz waren auch Zollfahnder und Beamte aus Frankreich beteiligt. Die Auswertung der Kontrolle läuft noch.

„Die Menschen haben Angst, viele fühlen sich ohnmächtig“, sagt Ortsvorsteher Schmitt. Besonders schlimm seien die seelischen Schäden. Er hofft, dass die Einbrecher schnell gefasst werden. „Es ist nicht einfach im Moment“, sagt er. „Manche sagen gleich: Das waren Ausländer! Ich versuche dann immer zu beschwichtigen. Ein Generalverdacht nutzt niemandem.“ Die Ankündigung der Polizei, im Ort jetzt mehr Präsenz zu zeigen, ist für Schmitt wenig wert. Er spricht von „Aktionismus“ und „Symbolik“. Er befürchtet, dass die Polizei das lediglich ein paar Tage macht und sich anschließend wieder zurückzieht.

„Die Polizei hat natürlich auch Probleme – das Personal fehlt.“ Das mache sich schon sehr lange bemerkbar. Für Schmitt ist das ein „strukturelles Problem“. Dafür verantwortlich sind für ihn das Landespolizeipräsidium in Saarbrücken und Innenminister Klaus Bouillon (CDU). „Die Menschen fragen: Wo bleibt denn die Polizei? Wieso braucht die eine Stunde, bis sie kommt?“ Es entstehe der Eindruck von Desinteresse, beklagt er.

Schmitt ist sicher, dass es auch künftig Einbrüche geben wird. „Wenn wir das nicht in den Griff kriegen, heißt es irgendwann: Da wird immer eingebrochen!“ Und dann, glaubt er, will keiner mehr nach Ihn ziehen. Das Problem seien aber nicht nur die Einbrüche. „Viele rasen und sind betrunken unterwegs. Und sie wissen, dass sie das einfach so machen können – weil die Polizei hier nie kontrolliert. Auch deswegen sprechen manche schon von einem rechtsfreien Raum.“

Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen und/oder Fahrzeugen geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Saarlouis unter Telefon (0 68 31) 90 10 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.