Ein Partyraum für Wallerfangen

Manchmal gibt es für Probleme ganz einfache Lösungen. Das zeigte das Vereinbarungsgespräch „Ding Dein Dorf“ in Wallerfangen, bei dem Jugendliche mit Lokalpolitikern ihre Wünsche für den Ort diskutierten.

Zwölf Jugendliche aus Wallerfangen nutzten die Chance, im Rathaus mit Entscheidungsträgern Wünsche und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. Ihre Gesprächspartner: Bürgermeister Günter Zahn, Heinz Schommer vom Landkreis und vier Gemeinderatsmitglieder aus zwei der sechs Rats-Parteien, Dominik Moll und Horst Trenz (SPD) sowie Maria Hewer und Stephan Molitor (CDU).

Georg Vogel und Dennis Forster vom Landesjugendring Saar stellten das Ergebnis der Befragung "Ding Dein Dorf" vor (die SZ berichtete). Die Note für Wallerfangen, eine 3,0, lag völlig im Durchschnitt. Einiges wurde positiv bewertet: Das rege Vereinsleben und die Partizipation, zum Beispiel durch den Jugendbeirat. "Viele leben gerne hier und sehen sich auch in fünf Jahren noch in der Gemeinde", sagte Vogel.

Zahn wies darauf hin, dass die Situation für Jugendliche sehr unterschiedlich sei, je nachdem ob sie im Kernort oder auf dem Gau wohnen. "Viele kleine Dörfer kämpfen immer noch um einen Internetanschluss, den Jugendliche zum Beispiel für ihre Ausbildung dringend brauchen." Das Problem des fehlenden Jugendtreffs im Kernort ist bekannt: Zur Zeit ist der Platz vor dem Rathaus Treffpunkt und "sieht dann auch entsprechend vermüllt aus", merkte Zahn an.

Welche Wünsche wie und wann umgesetzt werden können, sollten alle gemeinsam diskutieren. "Das dürfen richtig teure Sachen sein, das kann aber auch etwas sein, was nichts kostet", erklärte Vogel. In einer Beratungsphase kamen die Jugendlichen rasch zu einem Ergebnis. Auf zwei Plakaten sammelten sie zunächst, was ihnen im Ort besonders gefällt und missfällt: Vereinsleben, das Schwimmbad, viel Wald stand auf dem einen, kein Jugendzentrum, kein Busverkehr nachts, schlechtes Handy-netz, wenig Kulturangebot auf dem anderen.

Die vier wichtigsten Anliegen stellten Justus Arweiler, 15, und Philipp Wagner, 15, dann den Politikern vor: Ein Treffpunkt draußen, eine bessere Hallensituation für Vereine, ein Partyraum zum Mieten und mehr Mobilität, insbesondere was Schulbusse und Nachtfahrten betrifft.

Das Nachttaxi kommt

Die Diskussion zeigte: Für alles kann eine Lösung gefunden werden, wenn die Probleme denn mal zur Sprache gebracht werden. Beim Thema Mobilität einigten sich alle darauf, dass das vom Jugendrat bereits initiierte Nachttaxi im Dezember starten soll. Was die Hallensituation betrifft, will die Gemeinde zum einen mit den Vereinen die Nutzung der Walderfingia und der Scheidberghalle besser absprechen, zum anderen wollen die Jugendlichen die Dorfgemeinschaftshäuser auf dem Gau mehr nutzen. Das Problem des fehlenden Partyraums könnte sich durch das entstehende Mehrgenerationenhaus in Wallerfangen lösen. Der Bürgermeister appellierte umgekehrt an die Jugendlichen, sich im Verein, der das Projekt vorantreibt, zu engagieren. > Bericht folgt