Ein Magnet für die Ortsmitte

In der Wallerfanger Ortsmitte entsteht ein Einkaufszentrum mit einem Edeka-Markt und zwei weiteren Fachgeschäften. Die Eröffnung soll Ende 2015 sein. Von den neuen Märkten erhofft sich die Gemeinde eine Belebung des Ortskerns.

"Immer wieder gab es Unsicherheiten, jetzt kann es endlich losgehen!" Zufrieden zeigte sich der Wallerfanger Bürgermeister Günter Zahn , als er mit Projektentwickler Hans Weber, Vertreter des Investors GWO, und Uwe Schatto, Gebietsexpansionsleiter der Edeka Handelsgesellschaft Südwest, die Pläne für das Einkaufszentrum im Ortskern vorstellte.

2008 wurde der Betrieb in der Wurstfabrik Lukullus eingestellt. Seitdem ist das Gelände eine Industriebrache, für die Edeka sich allerdings seit Jahren interessiert, wie Schatto anmerkte. "In der Ortsmitte haben wir selten so viel Platz", erklärte der Edeka-Vertreter. "Aber die Zufahrt gestaltete sich als kompliziert, deswegen haben wir erstmal abgesagt."

Doch dann kam ein passender Investor ins Spiel, die Projektgesellschaft GWO aus Weinheim, mit der gemeinsam sich die Idee eines Einkaufszentrums verwirklichen lassen könnte. "Wir haben schon mehrere Projekte zusammen mit Edeka gemacht", erklärte Weber. Der Standort in Wallerfangen habe ihn gleich angesprochen. 2300 Quadratmeter Nutzfläche und rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche, das sind die Eckdaten - und dann noch in bester Lage, im Ortskern an einer viel befahrenen Durchgangsstraße.

Lange Verhandlungen

Warum sich die Planungen trotz des großen Interesses immer wieder verzögerten, erklärt Weber: "Wir haben da eine Menge an Grundstückseigentümern, mit denen wir zum Teil seit einem Jahr intensive Gespräche führen." Mit insgesamt sechs verschiedenen Verkäufern und einer Erbengemeinschaft musste Weber verhandeln, um die Zufahrt zum Gelände zu ermöglichen und ausreichend Parkfläche zu schaffen. Insgesamt geht es um eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern.

Ein Betreiber für den Edeka-Laden wird noch gesucht. Doch das betrachtet Schatto als unproblematisch. Ebenso die unmittelbare Nähe zu einem weiteren Supermarkt: "Der Wettbewerb belebt den Markt."

Die Gemeinde Wallerfangen als großes Einzugsgebiet weise eine unterdurchschnittliche Versorgung mit Lebensmittelmärkten auf, verglichen mit anderen Gemeinden, erklärte Schatto. "Andere kleinere Geschäfte werden von der Zugkraft profitieren", ist er sich sicher. "Edeka als Magnet wird diese Ortsmitte beleben", versichert auch Weber. "Im Moment gibt es hier sogar einen Kaufkraftabzug, und den werden wir reduzieren." Dabei setzt er auch auf Kunden aus Frankreich.

Stündlicher Busverkehr?

Auf die Wirkung des "Magnet Edeka" hofft auch die Gemeindeverwaltung. Um möglichst viele Kunden aus den Gaudörfern zum Markt zu bringen, verhandelt die Gemeinde mit der KVS über eine neue Taktung der Buslinien, kündigte Zahn an: "Möglicherweise könnten die Busse sogar stündlich verkehren." Wallerfangen wolle die Idee als Pilotgemeinde testen, sagte Zahn.

Neben dem großen Edeka-Supermarkt mit Bäckerei, Fisch-, Fleisch- und Käsetheke, wird es zwei andere Fachmärkte geben: Eine weitere Lebensmittelkette, "da sind wir noch mit mehreren in Verhandlung", sagte Weber. Und ein Gesundheitsfachmarkt, eine Art größere Apotheke; der ursprünglich geplante Drogeriemarkt hatte zu Schattos Bedauern wieder abgesagt.

Baubeginn im Frühjahr 2015

Rund vier Millionen Euro betragen die Gesamtkosten für die Fläche, schätzt Weber. Zudem soll in der Hauptstraße an der Zufahrt ein Kreisel gebaut werden; die Kosten hierfür schätzt Bürgermeister Zahn auf rund 300 000 Euro. Eventuell werden hierfür noch Landesmittel als Zuschuss fließen, auch der Investor will sich an den Baukosten beteiligen.

Baubeginn für die neuen Märkte soll im Frühjahr 2015 sein, abhängig vom Wetter. Die Eröffnung könnte dann Ende des Jahres sein, meint Weber; bis dahin soll auch der Kreisel fertig sein. Neben den zwei weiteren Märkten in Saarlouis (Metzer Straße) und in Rehlingen wird Wallerfangen dann der dritte Edeka-Markt sein, der 2015 im Kreis öffnet.