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Ein Corona-Fall ist über das Wochenende dazugekommen

Kostenpflichtiger Inhalt: Lage stabil : Nur ein neuer Corona-Fall in Wallerfangen

Lage im St. Nikolaus-Hospital ist stabil. Dillinger Unternehmen Nemak spendet 500 Atemschutzmasken.

Positive Nachrichten aus Wallerfangen: Mit Stand Sonntagmittag verzeichnet die Geriatrie des St. Nikolaus-Hospitals nur eine neue Infektion. Somit sind dort jetzt sieben Patienten von der Außenwelt isoliert, teilte der geschäftsführende Klinik-Direktor Manfred Klein auf Anfrage mit. Seit gut eineinhalb Wochen ist in der Einrichtung eine der insgesamt drei Stationen vom Coronavirus betroffen.

Der neue Fall habe sich nicht in der Geriatrie angesteckt, sondern sei ein Neuzugang aus einem Krankenhaus. Ein weiterer Patient war bereits vor mehr als einer Woche ins Winterberg-Klinikum Saarbrücken verlegt worden. Die betroffenen Patienten können sich nur noch innerhalb ihrer Zimmer bewegen. Eine Schleuse riegelt diesen isolierten Bereich ab. Durch die muss nun alles durch, von der Wäsche bis zum Essen.

Das negativ getestete Personal der Klinik arbeitet mit sogenannten FFP2-Masken und Schutzkleidung. Durch regelmäßige Abstriche über längere Zeit wird die Verbreitung des Virus kontrolliert. Die Betroffenen werden „engmaschig betreut“, sagte Klein. Solange es keine Verschlechterung gibt, bleiben die Betroffenen in Wallerfangen. Damit findet laut Klein auch eine Entlastung der Krankenhäuser statt. Sollte es zur Verschlimmerung von Fällen kommen, erfolge eine Verlegung.

Zu den bislang insgesamt acht mit dem Coronavirus infizierten Patienten kommen noch zwei infizierte Mitarbeiter der Verwaltung. Die arbeiten derzeit im Home-Office und „haben keine Symptome mehr“. Beim Personal sind ebenfalls zwei Mitarbeiter betroffen, einschließlich Chefarzt. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne. Es gebe keinen Engpass beim Personal, erklärte Klein. Denn die Belegung gehe zurück, weil die Krankenhäuser viele Behandlungen wegen Corona ausgesetzt haben. Damit entfalle auch der anschließende Reha-Bedarf in der Geriatrie. „Im Augenblick haben wir 50 freie Betten.“ Andererseits ist die Abteilung laut Klein gut besetzt und hat eine Liste mit ehrenamtlichem Personal, das einspringen kann. „Wir haben auch medizinische Studenten nachgefragt.“

Die Geriatrie im St. Nikolaus-Hospital behandelt derzeit 40 weitere Patienten, die auf zwei Stationen verteilt sind. Viele Maßnahmen wurden wegen möglicher Ansteckungsgefahr heruntergefahren. Die teilstationäre Behandlung im Haus ist vorerst ausgesetzt. „Teambesprechungen erfolgen mit großem Abstand“, sagte Klein. „Teilweise unter Nutzung digitaler Medien.“

Die strenge Besucher-Regelung macht vor allem den isolierten Patienten mit dementen Erkrankungen Probleme. Um dies zu mildern, baut die Geriatrie „eine mobile Kommunikation zu den Angehörigen“ auf, sagte Klein. Auch wenn es derzeit keine Gruppentherapien mehr gibt, „geschultes Personal kümmert sich nach wie vor in besonderem Maße um diese Patientengruppe“. Die Isolation einer Station gilt dort nicht als Besonderheit, verdeutlichte Klein. Denn „das könnte genauso gut bei Durchfall oder Grippe passieren“.

Schutzausrüstung ist in Wallerfangen derzeit noch im ausreichenden Maße vorhanden. Doch die Lieferketten sind „derzeit allesamt gekappt, es wird dann auch irgendwann bei uns knapp“. Seit mehreren Wochen ordere die Klinik in großen Mengen Schutzkleidung. Als erfreulich bezeichnete Klein, dass beispielsweise 500 FFP2-Masken kostenlos von der Firma Nemak zur Verfügung gestellt wurden. Die Alugießerei in Dillingen hat um die 1000 Mitarbeiter, die Produktion steht seit rund zwei Wochen still. Eine weitere Lieferung mit Schutzausrüstung kam vom Staatstheater Saarbrücken.

In besonderen Fällen sind beim aktuellen Besucherstopp Ausnahmen möglich. Beispielsweise zu Versorgungszwecken und für Momente des Abschieds. Dies kann mit der Zentrale abgeklärt werden unter Tel. (0 68 31) 96 20.