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Diskussion um Kinderbetreuung geht weiter

Diskussion um Kinderbetreuung geht weiter

Den Kindergarten in Wallerfangen auszubauen und darin auch die Krippe unterzubringen, sei nicht möglich. Die Sophienstiftung als Grundstückseigentümerin sei dagegen, heißt es. Doch offenbar steht das überhaupt nicht fest.

Wie soll es mit der Kinderbetreuung in Wallerfangen weitergehen? Die Krippe, die zur Kinderland gGmbH gehört, ist wegen Ausdünstungen nicht benutzbar. Möglich ist ein Abriss und ein Neubau an gleicher Stelle oder an einem anderen Platz. Der müsste allerdings erst gefunden werden. Auch der Kindergarten, unter der Trägerschaft der katholischen Kita gGmbH, ist sanierungsbedürftig. Eine naheliegende Lösung aber scheint nicht infrage zu kommen, nämlich den Kindergarten zu erweitern und darin auch die Krippe unterzubringen. Der Kindergarten steht auf Gelände, das der Sophienstiftung gehört. Horst Trenz, Fraktionschef der SPD , hatte nach der Dringlichkeitssitzung am 17. Januar gegenüber der Saarbrücker Zeitung gesagt: "Die Bemühungen des Gemeinderates, dem Kindergarten eine Krippe anzugliedern, sind insbesondere auch daran gescheitert, dass die Sophienstiftung kein weiteres Grundstück zur Verfügung stellt." Darüber hinaus habe die Sophienstiftung seinerzeit darauf bestanden, in den Notarvertrag aufzunehmen, dass weitere Bauten, eine flächenmäßige Ausdehnung oder eine Aufstockung im Bestand absolut ausgeschlossen werden.

Solche Äußerungen verwundern Pfarrer Herbert Gräff sehr. Er ist Mitglied im Kuratorium der Sophienstiftung und äußerte gegenüber der SZ: "Durch geschickte Planung und Umgestaltung könnten Kindergarten und Krippe in einem Gebäude untergebracht werden." Die Sophienstiftung habe sich jedoch noch gar nicht zu einer möglichen Vertragsänderung "positionieren" können. Denn die Gemeinde Wallerfangen habe noch gar keinen Antrag an das Kuratorium gestellte, das Kindergartengelände zu erweitern.

"Dieser Vertrag schreibt die vorhandenen Flächen fest", sagt Manfred Klein, Geschäftsführer der Sophienstiftung, "Wenn daran etwas geändert werden soll, müssen wir gefragt werden." Klein bestätigte, was Gräff sagte: Noch habe niemand die Stiftung gefragt. Dabei gebe es durchaus die Möglichkeit, über eine Erweiterung des Kindergartengeländes zu reden. Über einen entsprechenden Antrag müsste das Kuratorium abstimmen. Dieses setzt sich übrigens aus fünf Mitgliedern zusammen. Dazu zählen neben Pfarrer Herbert Gräff auch Dominique Villeroy de Galhau, Hans-Dieter Kaeswurm, Carsten Schürfeld und Bürgermeister Günter Zahn .

"Da bisher niemand einen entsprechenden Antrag gestellt hat, kann man nicht einfach behaupten, die Stiftung wäre dagegen", resümiert Gräff die Situation. Er betont außerdem, dass er nicht nur als Kuratoriumsmitglied, sondern auch als Pfarrer der Kirchengemeinde hinter einer Zusammenlegung von Kindergarten und Krippe stehe. "Als ich vor etwa fünf Jahren in Wallerfangen als Pfarrer angefangen habe, war die Kindergartensituation eines der ersten schweren Probleme des Verwaltungsrates", erinnert er sich. Die Kirchengemeinde und das Bistum Trier hätten sich damals schon dafür ausgesprochen, die leerstehenden Räume im Untergeschoss für die Kinderkrippe zu nutzen. "Dort war früher einmal die Sozialstation untergebracht und es stehen etwa 140 Quadratmeter leer", berichtet Gräff und verrät außerdem: "Unter den neuen Bedingungen hätte auch die Kita gGmbH Interesse, Kindergarten und Krippe an einem Standort zu betreiben."