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Der Tanz-Sport-Club Gisingen-Brotdorf trainiert online im Lockdown

Karnevalisten im Kreis Saarlouis : Der Gardetanzsport zog weite Kreise

Beim „Tanz Sport Club Gisingen-Brotdorf“ haben sich Tänzer aus verschiedenen Orten zusammengefunden.

„Tanz Sport Club Gisingen-Brotdorf“? Zwischen den Orten liegt eine gute halbe Stunde Autofahrt: Gisingen liegt im Landkreis Saarlouis, Brotdorf im Kreis Merzig. Wie kam also die Kooperation zustande?

„Begonnen haben wir im Sommer 1985 mit zwei Tanzgarden als Unterabteilung des Fußballvereins VfB Gisingen. Damals hatten wir circa 30 Tänzerinnen und Tänzer. Es waren ausschließlich Tänzer aus Gisingen und den umliegenden Nachbarorten. Im Jahr 1993 haben wir uns mit Anita Schneider als erster Vorsitzender selbständig gemacht und es entstand der Tanz Sport Club Gisingen 1993“, berichtet die zweite Vorsitzende Margit Dillinger. „Nach und nach waren es nichtmehr nur Kinder vom Gau, sondern zusätzlich tanzten Kinder aus dem Kreis Merzig bei uns.“ Seit 2017 lautet deshalb der Vereinsname „Tanz Sport Club Gisingen-Brotdorf 1993“. Und es ging noch weiter: „Außerdem verschlug es einige Karnevalisten aus Hessen, Koblenz, Trier, Idar-Oberstein und Stromberg/Bingen zu uns“, berichtet Dillinger.

Mittlerweile hat der Verein vier Trainerinnen und einen Trainer, damit man sich gut um alle Kinder kümmern könne, denn karnevalistischer Gardetanzsport bestehe aus einem zeitintensiven Training. Zurzeit hat der Verein circa 40 Mitglieder, wovon etwa 30 Mitglieder aktiv auf der Bühne tanzen. „Wir haben eine Kindergarde, Juniorengarde, eine Seniorengarde, zwanzig Tanzmariechen im Solo und einen Tanzmajor“, erzählt Tanzmariechen Laura Cavelius. Zwanzig Tanzmariechen bei einer Anzahl von vierzig Tänzern – das ist durchaus beachtlich.

„Ich begann 2003 mit dem Gardetanz und wurde noch im gleichen Jahr Mariechen. Ich liebe das Tanzen“, erzählt Funkemariechen Jasmin Leinen.

Seit 1987 geben die Karnevalisten nicht nur auf der eigenen Bühne ihr Bestes, sondern nehmen zusätzlich an Tanzturnieren teil. „Zu Beginn haben wir die Turniere im Bund Deutscher Karneval (BDK) und Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK), wo wir immer noch Mitglied sind, besucht. Im März 2006 haben wir uns, auf Wunsch der Aktiven, dazu entschieden, keine BDK- und VSK- Tanzturniere mehr anzufahren. Seit April 2006 tanzen wir nur Tanzturniere bei den Rheinischen Karnevals-Korporationen sowie auf Freundschafts-Turnieren ohne Verbandszugehörigkeit“, erzählt Dillinger.

Seit März 2020 liegen sämtliche Turniere, Kappensitzungen und Veranstaltungen auf Eis. In der Corona-Zeit sei es im Vereinsleben sehr ruhig geworden. „Da wir auf Grund der aktuellen Gesetze nicht in die Turnhalle können, lernen wir im Online-Training“, erklärt die zweite Vorsitzende, „um am Ball zu bleiben.“ Zwar könne man sich beim Online-Training sehen, miteinander reden, Spaß haben und Übungen zusammen machen. „Aber unsere Trainer können über diese Art von Treffen die Kinder nicht korrigieren für eine richtige Haltung oder Schrittfolge. Manchmal muss man auch mal jemanden bei akrobatischen Übungen festhalten oder ihm Schutz bieten“, bedauert Dillinger.

Trotz allem seien die Tänzerinnen und Tänzer eifrig im Online-Training und man habe eine Menge Spaß zusammen. Denn bei allem sportlichen Ehrgeiz ist vor allem der Zusammenhalt und die Gemeinschaft den Vereinsmitgliedern sehr wichtig: „Wir sind wie eine Familie, immer füreinander da. Bei Problemen oder Fragen, wir sind ein Team“, sagen die Vereinsmitglieder selbst.

Alle Serienteile zum Nachlesen im Internet:

www.saarbruecker-zeitung.de/karnevalisten-sls