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Der Förster arbeitet für kommende Generationen

Der Förster arbeitet für kommende Generationen

Rehlingen-Siersburg. 14 Uhr im Revier von Ralf Schmitt, Forstingenieur und Revierförster der Gemeinde Rehlingen-Siersburg. Schmitt ist auf dem Weg in der Nähe von Eimersdorf, um einige Bestellungen fertig zu machen. Der Holzverkauf hat derzeit Hauptsaison, berichtet er

Rehlingen-Siersburg. 14 Uhr im Revier von Ralf Schmitt, Forstingenieur und Revierförster der Gemeinde Rehlingen-Siersburg. Schmitt ist auf dem Weg in der Nähe von Eimersdorf, um einige Bestellungen fertig zu machen. Der Holzverkauf hat derzeit Hauptsaison, berichtet er.

Vier Polder, so nennen die Forstfachleute die gestapelten Stämme, zeichnet er mit leuchtend gelber Farbe für einen Großkunden aus, für andere kleinere Kunden reserviert er Mengen zwischen drei und zehn Kubikmetern. Die Kunden werden in den kommenden Tagen eintrudeln und die Stämme in Eigenregie klein sägen und abtransportieren. Zwei andere Polder markiert Schmitt als Palettenholz beziehungsweise als Industrieholz. "Industrieholz wird beispielsweise zur Fertigung von Spanplatten benötigt", erklärt Schmitt. Rund 5000 Kubikmeter Holz verkauft Schmitt im Jahresdurchschnitt, zwei Drittel davon sind Brennholz, die an mehrere hundert verschiedene Kunden gehen. "Die Menge, die wir erwirtschaften, ist ausreichend, um den Bedarf in der Gemeinde jeweils wohnortnah zu decken", sagt er.

Rund 1000 Hektar Waldfläche betreut er. Dazu kommen noch 350 Hektar der Gemeinde Wallerfangen, die mit Rehlingen-Siersburg einen Bewirtschaftungsvertrag abgeschlossen hat. Die Entfernungen,. die Schmitt täglich zurücklegt, sind allerdings riesig, weil die Waldflächen der Gemeinde in viele kleine Parzellen aufgeteilt sind. "Auf unseren guten Böden hat die Landwirtschaft Vorrang und der Wald diente immer nur zur Deckung des Eigenbedarfs an Brennholz." Das Revier zieht sich in der einen Richtung von Merzig bis Saarlouis, in der anderen Richtung von der Saar bis zur französischen Grenze. "Die wichtigsten Arbeitswerkzeuge eines modernen Försters sind deshalb Handy, Auto und Kugelschreiber", sagt er und lacht.

Schnell zieht er noch einmal seine Spraydose heraus und erneuert die Punktemarkierung an einem besonders schönen Baum. "Die markierten Bäume sind sozusagen die Sahnestücke im Wald." Bei der Durchforstung, die alle fünf bis zehn Jahre stattfindet, werden sie besonders gehegt.

Schnelle Ergebnisse gibt es in der Forstwirtschaft nicht. "Wir arbeiten für kommende Generationen", sagt Schmitt. Seit zehn Jahren sei er bei der Gemeinde angestellt, und erst jetzt sehe er einige Veränderungen im Wald. Beim Abschied bückt sich der Förster und hebt ein paar Bucheckern auf: "Schauen sie, das ist der Wald von morgen."

Hintergrund

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Die SZ geht vor Ort zu den Menschen, die Tag und Nacht arbeiten. So entsteht ein Mosaik der Berufswelt in unserer Region rund um die Uhr. Und im Stundentakt: SZ-Journalisten besuchen Männer und Frauen für je eine Stunde an ihren Arbeitsplätzen und berichten darüber. red