Der Ducsaal in Freudenburg ist Kult - und das seit 30 Jahren

Der Ducsaal in Freudenburg ist Kult - und das seit 30 Jahren

Zum 30-jährigen Bestehen des Ducsaals in Freudenburg hat sich Manfred Weber, Chef und Kopf des Clubs, eine besondere Attraktion ausgedacht. Er schenkt seinen treuen Besuchern ein Konzert mit zwei Bands. Was den Ducsaal ausmacht und wie viel Spaß er noch an seiner Arbeit hat, das verriet Weber im Gespräch mit SZ-Mitarbeiterin Sylvie Rauch.

Herr Weber, der Ducsaal liegt, wenn man ehrlich ist, ziemlich fernab. Was ist aus Ihrer Sicht das Erfolgsgeheimnis?

Manfred Weber: Es ist sicher die besondere Symbiose zwischen Musikern, Publikum und Veranstalter. Die Bands genießen die familiäre Atmosphäre, sie können hier nicht nur spielen, sondern auch wohnen und essen. Alles unter einem Dach, was eine sehr entspannte Situation für uns alle ist. Die Musiker fühlen sich wohl, sie wissen, dass wir hier einen respektvollen Umgang miteinander pflegen. Das kommt bei den Konzerten auch rüber. Wir haben außerdem ein sehr treues Publikum. Die Leute schätzen die Qualität der Bands, aber auch, dass sie hier vor oder nach dem Konzert noch was essen können, vor allem aber, dass wir während des Konzerts im Saal einen Getränkeservice anbieten. Wir haben dafür ein tolles Team, das immer die Nerven behält und sein Bestes gibt. Viele Besucher kommen über viele Jahre immer wieder. Natürlich haben die Leute Favoriten unter den Bands, aber sie wissen auch, dass sie sich im Ducsaal immer darauf verlassen können, qualitativ gute Musik zu bekommen, auch wenn es unbekannte Bands sind.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Bands für Ihr Programm aus?

Manfred Weber: Zum einen schaue ich darauf, dass zu einem gewissen Anteil Tribute-Bands dabei sind. Die gehen am besten, damit sprechen wir natürlich ein breites Publikum an. Das sind dann Leute, die akzeptieren, dass es die Originale so nicht mehr gibt, aber die Musik gerne live hören. Mit dabei sind bei uns Bands wie The Queenkings, Still Collins, oder Brothers in Arms. Dazu haben wir immer wieder bekannte Gruppen und Musiker hier, wie Canned Heat, Donovan, Richie Havens oder Men at Work. Dabei sind aber auch solche Bands, die noch nicht bekannt sind, aber besondere Musik machen. Das macht die Mischung aus.

Sie haben mit über 30 Jahren einen großen Erfahrungsschatz, was die Clubszene betrifft. Was hat sich gravierend verändert?

Manfred Weber: Was sich extrem verändert hat, ist das Angebot an Konzerten. Es sind inzwischen ja jeden Tag irgendwo in erreichbarer Nähe Weltstars zu Gast. Hier in der Ecke hat sich beispielsweise mit der Rockhal in Esch-sur-Alzette sehr viel geändert. Dort spielen Acts wie Rihanna, Mark Knopfler oder Silbermond. Dazu kommen über den ganzen Sommer viele Konzerte, die umsonst sind. Früher war es so, dass man nach dem Sommer hungrig war auf die Herbstsaison. Man hat darauf gewartet, dass es endlich wieder los geht. Das ist heute anders, weil es fast schon ein Überangebot gibt. Aber die Akzeptanz des Ducsaals ist auch nach 30 Jahren immer noch enorm, obwohl es generell schwerer ist, auf dem Markt zu bestehen. Für uns ist es aber auch leichter geworden, besondere Bands nach Freudenburg zu holen, weil wir einen guten Ruf haben.

Können Sie sich an eine besonders skurrile oder lustige Situation in den 30 Jahren erinnern?

Manfred Weber: Die gab es bestimmt. Sicher hatten wir skurrile Künstler, aber da ist nichts passiert, was ich mir gemerkt habe. Aber es gab eine sehr schöne Begebenheit, die wir so nur ein Mal erlebt haben. Es hat sich hier auf einem Konzert ein Paar kennengelernt, das später tatsächlich geheiratet und dann hier gefeiert hat. Die hatten sogar die Band da, die damals beim Konzert gespielt hat. Das war schon klasse. Oder natürlich war es auch ein tolles Erlebnis, Künstler wie Donovan hier zu haben.

Nach all den Jahren macht die Arbeit immer noch so viel Spaß wie am Anfang?

Manfred Weber: Ja, auf jeden Fall. Klar sind die Bedingungen allgemein schwieriger geworden. Aber die Musik und die Veranstaltungen hier sind absolut keine Belastung. Der Spaß und die Freude an den Konzerten, am Erlebnis mit Gästen und Bands tolle Konzerte zu genießen, das ist alles geblieben. Wir haben viele Stammgäste, bekommen positives Feedback. Die Leute kennen mich, weil ich immer da bin. Und auch mal nach dem Konzert noch an der Theke gemeinsam was zu trinken, gehört dazu und ist wichtig. Außerdem wird dem Publikum hier im ländlichen Bereich schon auch mehr abverlangt, als in einer größeren Stadt. Viele müssen mit dem Auto kommen, da es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht geht. Und viele nehmen dafür auch eine längere Autofahrt in Kauf. Deshalb ist es umso wichtiger, dass hier keiner enttäuscht geht nach dem Konzert. Das zu schaffen, ist ein wichtiger Ansporn.

Auf einen Blick

Künstler aus aller Welt waren schon im Ducsaal zu Gast mit 1500 Konzerten. Zum runden Geburtstag organisiert Manfred Weber heute Abend ein Gratiskonzert: Die Bands Triple P und Crossroads spielen Blues und Rock. Die Musiker von Crossroads spielen ein bluesorientiertes Programm aus Eigenkompositionen und Interpretationen bekannter und weniger bekannter Bluessongs. Triple B steht für ehrlichen Blues und Rock mit sattem Gitarrensound. Einlass ist ab 20.30 Uhr, zum Geburtstag ist der Eintritt frei. red