Den Sternen ein Stückchen näher

Oberlimberg. Eigentlich ist er Pfälzer, und er greift im wahrsten Sinne des Wortes nach Sternen: Markus Ludes (47) aus Wallerfangen-Oberlimberg. Deshalb wohnt der gebürtige Reifenberger auch auf dem Limberg. Da ist er den Sternen näher

Oberlimberg. Eigentlich ist er Pfälzer, und er greift im wahrsten Sinne des Wortes nach Sternen: Markus Ludes (47) aus Wallerfangen-Oberlimberg. Deshalb wohnt der gebürtige Reifenberger auch auf dem Limberg. Da ist er den Sternen näher. Nachdem er mit seiner Firma "apm-Telescopes", ein Spezialunternehmen für Himmelsferngläser, von Saarbrücken nach Rehlingen umgezogen war, ließ er sich im winzigen Oberlimberg nieder. Für ihn steht unumstößlich fest: "Von hier gehe ich nie mehr fort."Auf dem Oberlimberg hat er sich neben seiner Firma eine kleine private Sternwarte gleich mit mehreren leistungsstarken und fest installierten Spezial-Teleskopen aufgebaut, nachdem er mehrere Jahre lang auch Vorsitzender der Sternwarte auf dem Peterberg bei Nonnweiler war. In Oberlimberg schätzt er nicht nur die Ruhe, sondern auch die gute Nachbarschaft. "Hier kennt man und hilft sich auch noch", schwärmt Markus Ludes von seinen Mitbürgern. Manchmal kommt er nur auf "Umwegen" nach Hause, weil er auf dem Heimweg auf den letzten Metern an zu viel grillenden Freunden vorbei muss. "Hier habe ich das wiedergefunden", so Markus Ludes abschließend, "was ich nach der Jugend verloren hatte, gute Nachbarschaft, menschliche Nähe, Herzlichkeit und sogar Freundschaft". Kein Wunder also, dass der Pfälzer längst "Saarländer" geworden ist.Für Markus Ludes war es jedoch ein langer Weg von der Pfalz ins Saarland und zu den Teleskopen. Dabei knüpfte er schon als Kind bei einem Besuch der Buchhandlung seiner Tante in Perl erste Kontakte zur Astronomie. Nachdem er bei seinem Onkel in Ludwigshafen ein Fernglas ausprobieren konnte, kaufte er sich von seinem mühsam ersparten Taschengeld voller Begeisterung dann ein eigenes Quelle-Fernrohr. Dennoch schlief das Hobby dann erst mal wieder ein. Die Begeisterung für die Sterne und das Weltall lebte wieder auf, als er 1987 auf der Saarmesse den Verein der Hobby-Astronomen kennenlernte. Nach ersten Kontakten mit engagierten und ernsthaften Amateurastronomen fing er dann vollends für die Astronomie Feuer, insbesondere nach einem internationalen Teleskop-Treffen 1987. Sein neues Hobby und seine gute Kontakte nach Amerika nutzte er, um günstig einzukaufen und nach und nach einen kleinen Gebrauchtwaren-Handel aufzuziehen. Es bedurfte jedoch des Konkurses der Firma, bei der er als Bautechniker beschäftigt war, um den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und sich selbstständig zu machen. Inzwischen ist er exakt seit 20 Jahren im Geschäft, unterhält Geschäftsverbindungen in alle Teile der Welt. Sternwarten und Hochschulen in Chile gehören ebenso zu seinen Auftraggebern wie in Taiwan und China. Nach Trebur ging 2001 das größte Amateur-Teleskop der Welt.