Dem Himmel ganz nah

Von Hektik war bei dem Luftspektakel in Düren keine Spur. Viele Familien kamen und genossen die Ruhe auf dem abgelegenen Flugplatz. Während die Kinder vor allem beim Drachensteigen Spaß hatten, ging es für einige Erwachsene hoch hinaus.

Er ist zweifelsohne eines der schönsten Fleckchen im Landkreis Saarlouis - der Flugplatz Düren , 341 Meter über dem Meeresspiegel mit einer atemberaubenden Sicht über den Gau. Schon die Zufahrt zum Gelände an zahlreichen landwirtschaftlichen Flächen vorbei bedeutet für viele Menschen Erholung. Doch, passt hierhin auch ein dreitägiges Luftspektakel, das als Abschluss der Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum des Landkreises Saarlouis die Menschenmassen anziehen soll? Klare Antwort: Ja. Denn, von Hektik oder Massenandrang war insbesondere am Samstag keine Spur, wohl aber vor allem von vielen Familien, die das abwechslungsreiche Angebot auf dem autofreien Gelände sichtlich genossen.

Gleich neben der riesigen Drachenwiese liefen Talissa, Tiana und Julian mit ihren nagelneuen Minidrachen um die Wette. Ein Stückchen weiter machte sich Mario Firmbach zusammen mit Moritz Lambert aus Humes auf den Weg zur Wiese für die großen Drachen. Gleich drei Fledermäuse hatte er im Gepäck. "Angefangen hat alles vor 25 Jahren mit einem Lenkdrachen", erzählte Firmbach, der in Dillingen im Verein aktiv ist. "Das Flugplatzgelände hier ist ein richtig schöner Ort und wir haben den Vorteil, dass wir relativ unabhängig vom Wetter sind", sagte er.

80-Jähriger springt Fallschirm

Ein bisschen mehr hatten da schon die Heißluftballon-Fahrer zu kämpfen, dennoch ging es am Samstagnachmittag für einen Ballon endlich in die Luft. Mit nachlassendem Sprühregen und den ersten Sonnenstrahlen, erzählte Gerd Eisenbarth vom Flugsportverein Ikarus Saar, kamen auch die ersten Besucher an den Stand der saarländischen Flugsportvereine, um sich über die Möglichkeit eines 20 Minuten langen Rundflugs mit einem Ultraleichtflieger zu informieren. "Der Andrang ist nicht riesig, doch wir haben etliche Flüge gemacht", sagte er.

Richtig viel zu tun hatte Pascal Schuh vom Fallschirmsportzentrum. Das, erklärte er, ist das ganze Jahr über gut frequentier, Tandemsprünge seien sehr gefragt. "Heute hatten wir auch einige ganz spontane Gäste, der älteste war 80 Jahre alt", sagte er. Das Luftspektakel, das vom Landkreis veranstaltet und von den Vereinen rund um den Flugsport begleitet wurde, bezeichnete Schuh als "sehr gute Gelegenheit, den Flugplatz Düren noch bekannter zu machen".

Vor allem die Drachen und Windspiele machten das Luftspektakel in Düren richtig bunt. Foto: Carolin Merkel Foto: Carolin Merkel
Mario Firmbach und Moritz Lambert aus Humes ließen ihre Fledermaus in den blauen Himmel steigen. Foto: Carolin Merkel Foto: Carolin Merkel

Während man für das Fliegen und den Tandemsprung schon ein paar Euro investieren musste, zählte bei Richard Schubert vom Verein "Eddy hilft", der sich für die Förderung von Kindern einsetzt, jeder Cent. Die neun Jahre alte Sophia wartete hier noch auf ihren Drachenbau, als ein Mädchen aufgelöst zu Schubert gelaufen kam. Die Schnur an ihrem Drachen hatte sich gelöst. Er nahm es mit einem Lächeln, Nerven verlieren bei Drachenschnur und so vielen Kindern, das käme bei ihm nicht in Frage. Dann war schließlich Sophia, die von Oma Silvia Koch aus Schwalbach unterstützt wurde, an der Reihe. "Es ist ein tolles Fest, es gibt so vieles zu sehen und das ganz ohne Hektik", lobte Koch die "wirklich tolle Idee, die der Landkreis da gehabt hat".