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Damit die Pfeifen schön pfeifen

Meterhohe Orgelpfeifen aus Metall und Holz stehen im oberen Teil der Wallerfanger Orgel; die stimmte Mona Dressler vom Orgelbauer Mayer. Foto: Johannes A. Bodwing
Meterhohe Orgelpfeifen aus Metall und Holz stehen im oberen Teil der Wallerfanger Orgel; die stimmte Mona Dressler vom Orgelbauer Mayer. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Wallerfangen. Licht brannte am Donnerstag in der Wallerfanger Orgel. Dort arbeitete sich Mona Dressler vom Orgelbauer Mayer durch das zweistöckige Instrument in der Pfarrkirche St. Katharina. Sie stimmte die Pfeifen für das Orgelsommer-Konzert an diesem Sonntag. Johannes A. Bodwing

Knapp 1200 Pfeifen auf zwei Etagen stimmte Mona Dressler am Donnerstag in der Wallerfanger Pfarrkirche. Manchmal klang das wie ein Dudelsack, wenn Töne absackten und dann schrittweise auf die passende Tonlage anstiegen.


Kleine becherförmige Pfeifen aus Metall stehen im Orgelgehäuse und meterhohe quadratische aus Holz. "Die sind noch größtenteils original", sagte Dressler. "So etwa 90 Prozent davon." Denn die Wallerfanger Orgel gilt als ältestes noch spielbares Instrument der Region. Kurz nach Fertigstellung der Pfarrkirche wurde im Februar 1868 ein Vertrag zum Bau der Orgel geschlossen. Ein Sachverständiger des Bistums Trier nahm sie im Juli 1870 ab.

Alle 20 Register sind bis auf eine Ausnahme heute noch Bestandteil der Orgel. Das haben der Wallerfanger Organist Michael Reiland und sein Vertreter Josef Altmeyer herausgefunden. Ab September 1883 folgten ein zusätzliches Tastenmanual und acht Register sowie ein neuer Spieltisch. Sieben der Register sind noch erhalten. Diese Restauration lobte Dom-Organist Hermesdorff 1883 im Revisionsprotokoll, "besonders in Rücksicht auf Schönheit und Fülle des Tones".



Ausführende Firma war Dalstein & Haerpfer aus Bolchen. Sie baute auch zwei stärkere Bälge ein. Die wurden von Balg-Tretern betrieben. Waren die zu schwach, war der Orgel bei vollen Akkorden immer wieder die Luft ausgegangen.

"Ende der 50er Jahre war sie in so einem desolaten Zustand", weiß Altmeyer noch, "dass mein Klavierlehrer mir verboten hatte, darauf zu spielen". 1976 bis 1978 erfolgte dann eine umfassende Renovierung. Auch mit dem Ziel, das historische Orgelwerk dauerhaft zu erhalten. Aus Kostengründen hatte man aber darauf verzichtet, schlechtes Pfeifenmaterial zu erneuern. Gleiches galt für viele abgenutzte Kleinteile und Lager sowie die Balganlage. Eine erneute Renovierung ging von August 1994 bis Februar 1995. Die historische Wallerfanger Orgel ist nun gut gestimmt für das Konzert mit dem Organisten Johann Vexo am Sonntag, 7. August, 17 Uhr. Eintritt frei.