Carretta schockt Wallerfangen

Mit dem Sieg über den Dauerrivalen holten sich die Fußballer des SV Düren-Bedersdorf am vergangenen Sonntag den Titel beim Gemeindepokal. Im Duell zweier Landesliga-Aufsteiger bezwang das Team von Trainer Peter Both den favorisierten SV Wallerfangen mit 3:0.

"Die Nummer eins, die Nummer eins vom Gau sind wir", schallt es am Sonntag über die Sportanlage des SV Düren-Bedersdorf. Die Gastgeber feiern ausgelassen den ersten Titel der neuen Fußball-Saison, den sie mit einem 3:0-Sieg im letzten Spiel des Wallerfanger Gemeindepokals soeben errungen haben. Der Gegner war ein alter Bekannter: Der SV Wallerfangen hatte sich in der Vorsaison vor Düren-Bedersdorf die Meisterschaft in der Landesliga gesichert. Letztlich durften damals beide jubeln, denn auch der Vizemeister schaffte über die Relegation den Sprung in die Landesliga.

Beim Gemeindepokal bekamen die gut 400 Zuschauer nun schon einen Vorgeschmack, was sie im Derby am dritten Spieltag an gleicher Stelle erwartet. Die Partie war viel enger, als es das klare Ergebnis vermuten lässt.

Zerstörer aus Düren?

Vor allem nach der Pause machte Wallerfangen mächtig Druck. "Die Mannschaft, die nur zerstören wollte, hat gewonnen. Wir wollten Fußball spielen, sind aber auf die Spielweise des Gegners reingefallen", konstatierte Wallerfangens neuer Trainer Sebastian Britz. Ein Neuling war es auch, der zum Helden avancierte. Alessandro Carretta, von Saarlandligist FV Siersburg geholt, traf kurz vor der Pause nach doppeltem Doppelpass mit Jascha Walzinger aus kurzer Distanz zum 1:0 (40.). Später legte der 19-Jährige mit einem fulminanten Schuss ins rechte obere Eck nach (67.) - mitten in Wallerfangens Drangphase hinein.

"Ich sehe es nicht so, dass wir destruktiv gespielt haben. Es war eine gute Leistung der ganzen Mannschaft", sagte Carretta. Nach dem 0:2 versuchte der SVW alles, doch Neuzugang Robin Jung vergab einige Chancen. Und Kevin Feiersingers Freistoß landete am linken Pfosten (73.). Der zweite Bedersdorfer Neuling auf dem Platz sorgte dann für den Endstand: Tobias Engeldinger fasste sich aus gut 20 Metern ein Herz und nagelte den Ball mit links ins rechte Eck - 3:0 (89.).

"Hier in der Gegend ist das eine wichtige Sache. Und auch für mich persönlich ist der Erfolg sehr wichtig. Wir haben sehr organisiert gespielt und sind ruhig geblieben", befand Dürens Jan Bosman. Für den Holländer war es eines der letzten Spiele, er kehrt aus privatem Grund in seine Heimat zurück. Ihn, den unermüdlichen Mittelfeldarbeiter, werde man schmerzlich vermissen, lautete der generelle Tenor in Düren-Bedersdorf. Doch Bosman sagt: "Die Jungs sind stark, sie schaffen das auch ohne mich."