Bürgermeister erklärt Kostenexplosion bei Kanalbau

Bürgermeister erklärt Kostenexplosion bei Kanalbau

Herr Neumeyer, wir haben in der SZ über eine Kostenexplosion bei bereits begonnenen Kanalsanierungen berichtet. Um wie viel höher als geplant sind die Kosten?In Summe handelt es sich um eine Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Schätzungen in Höhe von rund 566 000 Euro. Die geschätzten Gesamtkosten der betroffenen Maßnahmen liegen bei 2 140 000 Euro

Herr Neumeyer, wir haben in der SZ über eine Kostenexplosion bei bereits begonnenen Kanalsanierungen berichtet. Um wie viel höher als geplant sind die Kosten?In Summe handelt es sich um eine Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Schätzungen in Höhe von rund 566 000 Euro. Die geschätzten Gesamtkosten der betroffenen Maßnahmen liegen bei 2 140 000 Euro.

Welche Projekte sind betroffen?

Betroffen sind vier Kanalbaumaßnahmen: Kanalsanierung Bruchstraße, Kanalsanierung Hülzweiler Straße, Kanalsanierung Elbinger Straße, Kanalsanierung Püttlinger Straße.

Wie kommt es zu einer solchen Kostenunterschätzung?

Bei der Kanalsanierung Bruchstraße handelt es sich um echte Mehrkosten. Diese waren die Folge der bei den Bauarbeiten vorgefundenen schlechten Baugrund- und Grundwassersituation, die, trotz der vorher durchgeführten Bodenuntersuchungen und der Erstellung eines Bodengutachtens, nicht vorhersehbar war. Bei den anderen Maßnahmen sind es Kostenanpassungen, die im Zuge der Detailplanungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Ergebnisse der Voruntersuchungen, wie zum Beispiel Bodengutachten, Kanalverfilmungen von Hauptkanal- und Hausanschlüssen, Maßnahmen zur Verkehrssicherung, erforderlich wurden.

Wie sehr belastet das den ohnehin schon defizitären Haushalt der Gemeinde Schwalbach? Sind die Kosten überhaupt noch zu decken?

Für die Gemeinde Schwalbach ist die Abwasserentsorgung wirtschaftlich selbstständig in einem Eigenbetrieb strukturiert, sodass der Haushalt der Gemeinde nicht zusätzlich belastet wird. Der Eigenbetrieb Abwasser ist für die Abwasserentsorgung verantwortlich und damit auch für die Investition und das Instandsetzen des Kanalnetzes in der Gemeinde. Die Kosten werden auf die Abwassergebühr, im Idealfall kostendeckend, und damit die Gebührenzahler umgelegt. Hierbei müssen entstehende Verluste im darauffolgenden Wirtschaftsjahr zusätzlich erwirtschaftet werden. Das heißt, ein im Vorjahr entstandenes Defizit muss im darauffolgenden Jahr finanziert werden. Der aktuelle Schuldenstand des Eigenbetriebes Abwasser, entstanden unter anderem durch die in den letzten Jahren gesetzlich notwendigen hohen Investitionen, beträgt zum 31. Dezember 2012 voraussichtlich rund 18,5 Millionen Euro. Diese werden unter anderem über die Abschreibungszeit von bis zu 80 Jahren über die Gebühren kalkuliert und refinanziert.Foto: Gemeinde